NewsAuslandBritisches Parlament weist Sterbehilfegesetz zurück
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Britisches Parlament weist Sterbehilfegesetz zurück

Freitag, 11. September 2015

London – Das britische Parlament hat am Freitag mit Dreiviertelmehrheit einen Gesetz­entwurf zu Sterbehilfe zurückgewiesen. Die Eingabe eines einzelnen Abgeord­neten sah vor, dass Patienten mit einer diagnostizierten Restlebenszeit unter sechs Monaten von einem Arzt eine tödliche Dosis verschrieben bekommen können, um Suizid zu begehen.

Die konservative Abgeordnete Fiona Bruce sagte während der Parlamentsdebatte, die Vorlage entbehre derart der Schutzmechanismen für Patienten, dass es „zum Lachen wäre, wenn der Gegenstand nicht so ernst wäre”. Das Parlament habe Wehrlose zu schützen und „keine Gesetze zu erlassen, die sie töten”. Die konservative Parlamen­tarierin Caroline Spelman argumentierte, aus einem „Recht zu sterben” könne „schnell eine Pflicht zu sterben werden”.

Der Labour-Abgeordnete Sir Keir Starmer hielt dagegen, das geltende Recht toleriere inzwischen amateurhafte Suizidbeihilfe durch mitleidende Angehörige, schließe aber professionelle Hilfe aus. Es bleibe dann nur der Ausweg, zum Sterben in die Schweiz zu reisen. Das sei ungerecht. „Wir sind in unseren eigenen rechtlichen Arrangements gefangen”, so Starmer.

Anzeige

Beihilfe zum Suizid ist in England ein Straftatbestand, der mit bis zu 14 Jahren Haft belegt werden kann. Obwohl mehr als 100 todkranke Briten in den vergangenen zehn Jahren ihr Leben in ausländischen Kliniken beendeten, wurde bislang niemand wegen Sterbehilfe strafrechtlich verfolgt. Im Februar 2010 hatte die Staatsanwaltschaft zwar im Zuge des Falls Purdy neue Richtlinien zum Umgang mit solchen Fällen verabschiedet. Zu strafrechtlichen Konsequenzen für die betreffenden Freunde und Angehörigen hat dies jedoch nicht geführt.

© kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. Oktober 2019
Berlin – Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken (FVET) am Lebensende, auch als „Sterbefasten“ bezeichnet, ist der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) zufolge nicht als Suizid zu
Achtung des Patientenwillens hört nicht beim Sterbefasten auf
27. September 2019
Den Haag – In einem umstrittenen Fall von Sterbehilfe bei einer demenzkranken Frau hat die niederländische Staatsanwaltschaft das höchste Gericht des Landes angerufen. Es sei eine weitere rechtliche
Fall von aktiver Sterbehilfe kommt vor Oberstes Gericht in Den Haag
26. September 2019
Rom – Das italienische Verfassungsgericht hat Sterbehilfe in eng beschränkten Fällen für straffrei erklärt. In einer gestern Abend nach zweitägiger Beratung veröffentlichten Entscheidung forderte das
Italiens Verfassungsgericht erklärt Sterbehilfe in Ausnahmen für straffrei
11. September 2019
Den Haag – Ein niederländisches Gericht hat eine Ärztin im Streit um Sterbehilfe für eine demenzkranke Frau freigesprochen. Alle Vorschriften im Zusammenhang mit der Sterbehilfegesetzgebung in den
Gericht spricht Ärztin in den Niederlanden in Sterbehilfeprozess frei
5. September 2019
Den Haag – In den Niederlanden werden immer mehr Anfragen nach aktiver Sterbehilfe an eine darauf spezialisierte „Lebensendeklinik“ gerichtet. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der dort
Mehr Anfragen bei Spezialzentrum für aktive Sterbehilfe in den Niederlanden
2. September 2019
Den Haag – Die linksliberale Partei D66 will Anfang kommenden Jahres in den Niederlanden ein Gesetz zur aktiven Sterbehilfe nach einem „vollendeten“ Leben präsentieren. Älteren Menschen mit dem Wunsch
Niederländische Partei plant Gesetz zur Sterbehilfe am Lebensende
26. August 2019
Den Haag – In den Niederlanden muss sich von heute an erstmals ein Arzt in einem Sterbehilfefall vor Gericht verantworten. Obwohl eine 74-jährige Demenzpatientin unterschiedliche Angaben zu ihrem
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER