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Medizin

Impfstoffkandidat gegen MERS-Coronavirus bewährt sich im Mausmodell

Freitag, 11. September 2015

Berlin – Ein Impfstoff gegen das MERS-Coronavirus steht bisher nicht zur Verfügung. Hoffnung macht jetzt ein Impfstoffkandidat, den Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zusammen mit weiteren Forschungsgruppen entwickelt haben. Die Wissenschaftler berichten darüber in der Online-Ausgabe des Journal of Virology (doi 10.1128/JVI.01815-15).

Das „Middle East Respiratory Syndrom coronavirus“ (MERS-CoV) verursacht beim Menschen schwere Infektionen mit grippeähnlichen Symptomen sowie häufig Lungenentzündung und Atemnotsyndrom. Weitere Symptome sind Durchfall sowie bei schweren Verläufen akute Niereninsuffizienz. Die Erkrankung verläuft in etwa 30 Prozent der Fälle tödlich.

Das Virus trat erstmals 2012 in Erscheinung. Inzwischen wurden mehr als 1.000 Infektionen bestätigt, die ihren Ursprung auf der arabischen Halbinsel und dort vor allem in Saudi-Arabien nahmen. Zuletzt war Südkorea von einem inzwischen eingedämmten Ausbruch betroffen. Die meisten Infektionen erfolgten vermutlich über Kamele, aber auch Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind möglich.

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Die Wissenschaftler des PEI versuchen mit sogenannten Impfstoffplattformen ein Vakzin gegen das Virus zu entwickeln. Dazu bauen sie ausgewählte genetische Sequenzen von Erregern – hier das Gen des MERS-CoV-Hüllproteins – in einen Impfvektor ein, für den bereits umfangreiche klinische Erfahrungen vorliegen. Als Impfvektor oder Trägerimpfstoff verwenden die Wissenschaftler abgeschwächte Masern-Impfviren. Das so veränderte Masern-Impfvirus hat jetzt in Mäusen eine starke Immunantwort mit Antikörperbildung und T-Zellantwort ausgelöst. Die geimpften Tiere waren vor einer nachfolgenden Infektion mit dem MERS-CoV geschützt. „Der entwickelte Vektorimpfstoff ist ein vielversprechender Kandidat für eine klinische Prüfung auf dem Weg zu einem MERS-Impfstoff“, zogen die Forscher ein Fazit.

© hil/aerzteblatt.de

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