NewsVermischtesUngesunde Ernährung kostet Staat fast 17 Milliarden Euro
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Ungesunde Ernährung kostet Staat fast 17 Milliarden Euro

Dienstag, 15. September 2015

Halle – Eine ungesunde Ernährung mit zu viel Zucker, Salz und Fetten kostet das deutsche Gesundheitssystem einer Studie zufolge jährlich mehr als 16,8 Milliarden Euro. Die höchsten Kosten werden durch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Karies, Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Übergewicht sowie diverse Krebserkrankungen verursacht, wie die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und das Biotechnologieunternehmen Brain AG am Dienstag mitteilten. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlicht. (DOI: 10.1371/journal.pone.0135990)

Dabei gehe es nicht nur um die direkten Kosten der Fehlernährung. Ein deutliches Einsparpotenzial liege auch in den Folgeerkrankungen und Folgekosten von Übergewicht und Diabetes, erklärte Studienautor Toni Meier von der Uni Halle. „Diese reichen von der gewichtsbedingten Arthrose bis zu Schlafstörungen, Alzheimer und chronischem Nierenversagen.“

Wenn es gelänge, etwa ein Drittel der Zucker-, der Fett- oder der Salzmenge in den Nahrungsmittelrezepturen durch neue Naturstoffe zu ersetzen, könnte das Gesundheitssystem allein in Deutschland jährlich um einen Betrag von fünf bis sechs Milliarden Euro entlastet werden, erklärte Co-Autor Martin Langer von der Brain AG. Indirekte Kosten, bedingt durch Arbeitsausfall, Kurbehandlungen und Invalidität, seien in der Studie nicht berücksichtigt worden.

Anzeige

Für ihre Arbeit hatten die Forscher die repräsentativen Krankheitskosten und Verzehrdaten für Deutschland analysiert und errechnet, wie hoch die anteiligen Kosten eines unausgewogenen Verzehrs von Zucker, Salz und gesättigten Fetten sind. Bei diesen drei Stoffgruppen liegt der Verzehr in Deutschland oft deutlich über den offiziellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Untersucht wurden in diesem Zusammenhang 22 verschiedene Krankheitsbilder.

Die Studie entstand im Rahmen der sogenannten Allianz NatLife 2020, einem Zusammenschluss von Unternehmen und Universitäten, die gemeinsam biologisch aktive Naturstoffe für Nahrungsmittel-Unternehmen erforschen und entwickeln.  Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "PLOS One" veröffentlicht. © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2020
Berlin – Auf die Verwendung, die Anreicherung und die Gefahren von sogenannten Per- und Polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der
Alkylverbindungen reichern sich in der Nahrungskette an
21. Oktober 2020
Berlin – Bis zu 50 Prozent der geriatrischen Patienten sind mangelernährt. Darauf weist die Arbeitsgruppe (AG) „Ernährung und Stoffwechsel“ der deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hin. „Um dem
Geriater fordern intensivere Maßnahmen gegen Mangelernährung
19. Oktober 2020
Phoenix/Arizona – Kaffee könnte das Fortschreiten einer Darmkrebserkrankung hinauszögern. Darauf deuten die Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie an Patienten mit metastasiertem
Studie: Kaffee könnte Leben bei metastasiertem Darmkrebs verlängern
16. Oktober 2020
München − Die Coronapandemie wirkt sich nach Angaben von Ernährungsmedizinern negativ auf das Gewicht von Kindern vor allem aus sozial benachteiligten Familien aus. „Das Risiko von Übergewicht
Corona begünstigt Gewichtszunahme sozial schwacher Kinder
9. Oktober 2020
Berlin – Der Weg für die Einführung des neuen Logos Nutri-Score für viele Lebensmittel in Deutschland ist frei. Der Bundesrat stimmte heute einer Verordnung zu, die den rechtlichen Rahmen für eine
Weg frei für neues Nährwertlogo Nutri-Score
9. Oktober 2020
Oslo – Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP). Das gab das norwegische Nobelkomitee heute in Oslo bekannt. Die UN-Organisation werde damit
UN-Welternährungsprogramm erhält Friedensnobelpreis
9. Oktober 2020
Brüssel – Neue EU-Grenzwerte für gesundheitsschädliches Acrylamid in Baby- und Kleinkindnahrung liegen erstmal auf Eis. Das Europaparlament lehnte den Vorschlag der EU-Kommission mit großer Mehrheit
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER