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Ärzteschaft

Ethikberatung für Ärzte

Mittwoch, 16. September 2015

Martina Wenker 

Hannover - Angesichts eines erheblichen medizinischen Fortschritts kommen Ärzte in der Behandlung Ihrer Patienten immer wieder in schwierige ethische Grenzbereiche. Gemeinsam mit der Universitätsmedizin Göttingen sowie der Akademie für Ethik in der Medizin gründete die Ärztekammer Niedersachsen jetzt eine Beratungsstelle für niedergelassene Mediziner.Das sogenannte „Netzwerk ambulante Ethikberatung Göttingen“ soll am 29. September seine Arbeit aufnehmen und Medizinern Unter­stützung in schwierigen Entscheidungssituationen bieten, sagte die Präsidentin der Ärztekammer, Martina Wenker. Es sei bundesweit einmalig.

Das neue Netzwerk besteht aus Ärzten, Pflegekräften, Patientenvertretern und Medizin­ethikern. Sie sollen Hausärzten und Pflegekräften helfen, die in der ambulanten Versor­gung oft auf sich allein gestellt sind.

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Ethikberatungen sollen nach Angaben der Universitätsmedizin Göttingen sowohl vor Ort, an einem unabhängigen Ort, als auch telefonisch stattfinden können. Neben diesem Angebot sollen zweimal jährlich interdisziplinäre Fortbildungsveranstaltungen mit retrospektiven Fallbesprechungen über das Netzwerk angeboten werden. Außerdem ist geplant, dass bestehende Qualitätszirkel durch das Netzwerk unterstützt werden. Neben dem Angebot einer ambulanten Ethikberatung und Fortbildungen soll es zusätzlich die Aufgabe des Netzwerkes sein, Leitlinien für ethische Konflikte der ambulanten Versorgung zu entwickeln.

Wenker, auch Vizepräsidentin der Bundes­ärzte­kammer, begrüßte auf einer Presseveranstaltung in Hannover ausdrücklich den Entwurf eines Hospiz- und Palliativgesetzes in Deutschland. Sie mahnte allerdings an, dass dieser Entwurf den Bereich der allgemeinen Krankenhausversorgung und Regelungen zur palliativ­medizinischen Versorgung in stationären Pflegeeinrichtungen bislang fast vollständig ausklammert.

Wenker kritisierte eine eklatante Begriffsverwirrung bei Sterbehilfe und Suizidbeihilfe. „Jeder versteht etwas anderes darunter, das macht die Debatte so schwierig“, sagte die Ärztin. Patienten sollten am Ende ihres Lebens nicht durch die Hand, aber an der Hand des Arztes in Würde sterben. Es gelte, den Patientenwillen wieder stärker zu respektieren.

Wenker verwies auch auf die Grundsätze der Bundes­ärzte­kammer zur ärztlichen Sterbebegleitung: „Diese Grundsätze sollen dem Arzt eine Orientierung geben, können ihm jedoch nicht die eigene Verantwortung in der konkreten Situation abnehmen. Alle Entscheidungen müssen unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls getroffen sein.“ In Zweifelsfällen könne eine Ethikberatung sinnvoll sein.  © Kli/aerzteblatt.de

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