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Medizin

MicroRNA hemmt Magenkarzinome

Mittwoch, 16. September 2015

Guangzhou – Die Expression körpereigener kleiner RNA-Partikel könnte das Wachstum von Krebszellen hemmen. Forscher des Cancer Research Institute der Southern Medical University in China gehen davon aus, dass die Expression bestimmter microRNAs die Prognose von Patienten mit Magenkarzinomen beeinflussen könnte. Im American Journal of Pathology berichtet die Arbeitsgruppe um Xin Song über den möglichen Nutzen der RNA-Partikel als Biomarker und Ansatzpunkt für Therapien (doi 10.1016/j.ajpath.2015.05.017).

Kleinste RNA-Partikel aus 20 bis 24 Nukleotiden, die sogenannte microRNAs, beeinflussen in allen Körperzellen die Expression des Genoms. Die Partikel können durch Bindung der Messenger-RNA die Synthese von Proteinen unterdrücken. Die Funktion der meisten microRNAs ist bisher jedoch nicht bekannt. Sie scheinen neben der Stoffwechselregulation eine Rolle für das Zellwachstum und damit auch für die Entwicklung vieler Tumoren zu spielen. Dies macht die microRNA interessant für die Krebsforschung. Bisher ist die Analyse der Partikel jedoch auf Grund ihrer kurzen Halbwertszeit in der Zelle sehr aufwendig.

Die chinesischen Forscher untersuchten die Rolle der microRNA bei Patienten, die an einem Magenkarzinom erkrankt waren. Krebszellen des Magenkarzinoms neigen dazu, ihre epithelialen Eigenschaften während der Tumorentstehung zu verlieren und sich zunehmend in Zellen mit mesenchymalen Eigenschaften umzuwandeln. Diese umgewandelten Zellen sind fähig, gesundes Gewebe zu infiltrieren oder in andere Körperregionen zu metastasieren.

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Die Wissenschaftler stellten fest, dass eine der mircroRNAs, mit der Bezeichnung miRNA-506, diese ungünstige Umwandlung der Zellen unterdrücken konnte. Bei insgesamt 84 Patienten konnte die Arbeitsgruppe die Bedeutung von miRNA-506 untersuchen. Patienten, deren Karzinome eine hohe Expression von miRNA-506 zeigten, hatten nach 60 Monaten mit einer Überlebensrate von 80 Prozent eine gute Prognose. Demgegenüber sank bei einer niedrigen Expression von miRNA-506 die Überlebensrate auf etwa 30 Prozent. In Laborversuchen konnten die Forscher nachweisen, dass Zelllinien mit einer niedrigen Expression von miRNA-506 ein deutlich invasives Wachstum zeigten.

Die Ergebnisse bestärken die Forscher darin, die Rolle der miRNA-506 für Magen­karzinome näher zu untersuchen. Neben der Verwendung als Biomarker, könnten die kleinen RNA-Partikel möglicherweise auch therapeutisch nutzbar sein.  © hil/aerzteblatt.de

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