NewsÄrzteschaftDurchbruch bei psychothera­peutischer Vergütung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Durchbruch bei psychothera­peutischer Vergütung

Donnerstag, 17. September 2015

Berlin – Bei den Verhandlungen um die Neubewertung psychotherapeutischer Leistungen haben sich KBV und GKV-Spitzenverband im Erweiterten Bewertungs­ausschuss auf Eckpunkte geeinigt. Demnach steigt die Vergütung jährlich um rund 80 Millionen Euro.

Dies wird jetzt in einem Beschlussentwurf ausformuliert, der am 22. September verab­schiedet werden soll. Die Neubewertung der Leistungen geht zurück auf mehrere Bundessozialgerichtsurteile, in denen sich das Gericht mit der angemessenen Höhe der Vergütung der antrags- und genehmigungspflichtigen Psychotherapien auseinander gesetzt hat.

Gassen bewertet Kompromiss positiv
KBV-Vorstands­vorsitzender Andreas Gassen zeigte sich nach den langwierigen Verhandlungen mit dem Ergebnis zufrieden. „Mit den Eckpunkten haben wir einen tragfähigen Kompromiss gefunden“, sagte er in Berlin. Er erinnerte daran, dass die Krankenkassen eine Anhebung der Vergütung zunächst abgelehnt hatten. Auch wollten sie keine Mehrkosten übernehmen. Er sei froh, dass die Kassen eingelenkt hätten.

Anzeige

Bewertung steigt um 2,7 Prozent
Die Eckpunkte sehen vor, dass die Bewertung antrags- und genehmigungspflichtiger psychotherapeutischer Leistungen (EBM-Abschnitt 35.2) rückwirkend ab 2012 um rund 2,7 Prozent angehoben wird. Damit steigt das Honorar für eine Therapiestunde (GOP 35200) auf 83,32 Euro in 2012, in diesem Jahr auf 86,37 Euro.

Darüber hinaus erhalten Psychotherapeuten einen Strukturzuschlag, wenn sie zu 50 Prozent ausgelastet sind. Er soll die höheren Aufwendungen der Praxisorganisation, zum Beispiel durch die Beschäftigung von Personal, abdecken. Der Zuschlag in Höhe von aktuell 14,69 Euro (in 2012: 14,19 Euro) wird pro Therapiestunde (als Einzelsitzung) gezahlt. Eine 50-prozentige Auslastung besteht, wenn zum Beispiel ein Psychotherapeut mit einer vollen Zulassung 774 Therapiestunden im Jahr durchführt.

Kompromiss zur Finanzierung gefunden
Fest steht auch, wie die höhere Vergütung finanziert wird. Der Mehrbedarf beläuft sich auf bundesweit rund 80 Millionen Euro jährlich. Im Jahr 2012 ist dieser Betrag – entsprechend der damaligen Beschlusslage – aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) zu zahlen. Für die Jahre 2013 bis 2015 übernehmen die Krankenkassen die Mehrkosten in voller Höhe. In den folgenden Jahren wird ein Teil aus der MGV finanziert.

Die Krankenkassen hatten ursprünglich verlangt, dass sich die Kassenärztlichen Vereinigungen auch an der rückwirkenden Vergütung in den Jahren 2013 bis 2015 beteiligen sollen.

Neue Honorierung ab 2012
Die neue Honorierung gilt ab 2012. Anspruch auf eine rückwirkende Vergütung haben ärztliche und psychologische Psychotherapeuten allerdings nur dann, wenn sie gegen Honorarbescheide ihrer Kassenärztlichen Vereinigung Widerspruch eingelegt haben.

© EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

13. Dezember 2018
Berlin – Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) dürfte noch in zahlreichen Punkten im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens verändert werden. Ein
Terminservice- und Versorgungsgesetz: Änderungen bei gestuftem Zugang zur Psychotherapie wahrscheinlich
12. Dezember 2018
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat sich nach heftiger Kritik an seinen Plänen zur Neuregelung bei psychotherapeutischen Behandlungen kompromissbereit gezeigt. „Ich schließe nicht
Spahn kompromissbereit bei umstrittener Neuregelung für Psychotherapien
11. Dezember 2018
Berlin – Mit der psychotherapeutischen Sprechstunde wurde eine Möglichkeit geschaffen, die Versorgung von Menschen mit psychischen Beschwerden zu steuern. Dieses Fazit zieht die
Psychotherapeutische Sprechstunde steuert die Versorgung
6. Dezember 2018
Berlin – Mit mehr als 68.500 (Stand heute, 15.15 Uhr) Zeichnungen hat die Petition der Psychotherapeutenverbände an den Bundestag gegen die Verschlechterung des freien Zugangs zur
Petition der Psychotherapeuten zum Termin- und Servicegesetz erreicht Quorum vor Zeichnungsende
4. Dezember 2018
München – Zehn Jahre nachdem erste Betriebe eine Sprechstunde zur psychischen Gesundheit eingerichtet haben, hat sich dieses Versorgungsangebot laut der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und
Sprechstunden zur psychischen Gesundheit im Betrieb bewähren sich
3. Dezember 2018
Hannover – Nach der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen klagt jetzt auch die KV Niedersachsen (KVN) gegen das Bundesversicherungsamt (BVA). Die Klage richtet sich gegen ein Schreiben vom BVA,
Auch KV Niedersachsen klagt gegen Bundesversicherungsamt
28. November 2018
Potsdam – Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) will die Patientensteuerung weiter verbessern und fordert die Krankenkassen dazu auf, flächendeckend sogenannte
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER