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Medizin

Antibiotika-Resis­tenzen nehmen weltweit zu

Freitag, 18. September 2015

Washington – Der globale Verbrauch von Antibiotika ist innerhalb eines Jahrzehnts um 30 Prozent gestiegen. Der unkritische Einsatz hat dabei die Ausbreitung von resistenten Keimen gefördert. Dies geht aus einem Report der Center for Disease Dynamics, Economics and Policy (CDDEP) hervor, einer unabhängigen Forschergruppe aus Washington und Neu Delhi.

Der Report hat die Häufigkeit von Antibiotikaresistenzen bei 12 Bakterienarten in 39 Ländern untersucht. Außerdem legt das Team um Ramanan Laxminarayan Trends zum Antibiotika-Verbrauch der letzten zehn Jahre in 69 Ländern vor. Die im Report genannten Zahlen zeigen, dass die Aufrufe zu einem kritischen Einsatz von Antibiotika vor allem in den ärmeren Ländern ungehört verhallen.

So habe sich beispielsweise in Indien der Anteil der Klebsiella pneumoniae-Infektionen, die resistent gegen Carbapeneme sind, zwischen 2000 und 2010 von 29 Prozent auf 57 Prozent verdoppelt, berichtet Laxminarayan. In den USA und in Europa liege der Anteil der Resistenzen dagegen bei 10 Prozent. Dabei sei der Pro-Kopf-Verbrauch in Indien noch immer deutlich niedriger als in Europa oder den USA.

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In vielen reicheren Ländern beginnen sich die Bemühungen um einen rationalen Antibiotikaeinsatz auszuzahlen. Die Zahl der MRSA-Infektionen ist dem Report zufolge in einigen Ländern bereits rückläufig. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, in Indien, Lateinamerika und Australien gebe es dagegen einen starken Anstieg.

Auch der Einsatz von Antibiotika in der Tiermast steigt unaufhörlich. In China würden zu diesem Zweck jährlich circa 15.000 Tonnen Antibiotika verwendet, berichte Laxminarayan. Bis 2030 prognostiziert der Report eine Verdopplung.

Antibiotika-Resistenzen erhöhen in allen Ländern die Behandlungskosten. In den reichen Ländern würden die Menschen die Folgen der Resistenzen aus dem Portemonnaie zahlen, schreibt Laxminarayan, in den ärmeren Länden müssten sie mit ihrem Leben zahlen. © rme/aerzteblatt.de

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