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Ärzteschaft

Ärztinnenbund vergibt Auszeichnung an Monika Hauser von medica mondiale

Freitag, 18. September 2015

Die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, Christiane Groß (l.) und Monika Hauser /Jochen Rolfes

Düsseldorf – „Die medizinische Versorgung der Flüchtlinge in Deutschland darf nicht länger so eingeschränkt bleiben.“ Auf dem 34. Kongress des Deutschen Ärztinnen­bundes (17.-20. September) fand heute Monika Hauser, die Begründerin von medica mondiale, deutliche Worte zur aktuellen Flüchtlingslage. Für ihr langjähriges Enga­gement für die weiblichen Opfer sexualisierter Gewalt nahm sie in Düsseldorf die Auszeichnung „Mutige Löwin 2015“ des Ärztinnenbundes entgegen.

Hauser wies darauf hin, dass viele der Frauen, die jetzt nach Deutschland gelangten, auf ihrer Flucht Opfer sexueller Gewalt geworden seien. „Geradezu unerträglich ist es“, fuhr Hauser fort, „dass sich diese Gewalterfahrungen hierzulande fortsetzen.“ Hauser, 2008 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet, forderte, dass alleinstehende Frauen bereits bei der Erstaufnahme der Flüchtlinge in Deutschland in eigenen Räumen untergebracht und versorgt werden. Es gebe, berichtete Hauser, sehr viele Anfragen von ärztlichen Kolleginnen, die von auf der Flucht vergewaltigten Frauen berichteten. Sie wies auf die schweren psychischen und gesundheitlichen Folgeschäden bei den betroffenen Frauen hin.

Auch Barbara Steffens, NRW-Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, hatte zuvor in ihrem Grußwort beim Kongress des Deutschen Ärztinnenbundes die schwierige Lage bei der Erstaufnahme angesprochen. Bei der Versorgungslogistik sei man inzwischen an den Kapazitätsgrenzen angelangt. Es gehe darum, die vielen traumatisierten Frauen bestmöglich unter diesen schlechten Rahmenbedingungen zu versorgen. © TG/aerzteblatt.de

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