NewsÄrzteschaftGastroenterologen: Magenkeim Helicobacter pylori unbedingt behandeln
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Gastroenterologen: Magenkeim Helicobacter pylori unbedingt behandeln

Freitag, 18. September 2015

Berlin/Leipzig – Ein Befall mit dem Bakterium Helicobacter pylori sollte in jedem Fall therapiert werden. Darauf haben Experten der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) auf dem Kongress Viszeralmedizin 2015 in Leipzig hingewiesen. Eine Infektion mit Helicobacter pylori könne zu lebensbedrohlichen Krankheiten wie Magenkrebs und Geschwüren führen, so die Gastroenterologen.

Der DGVS zufolge sind in Ländern mit hohem Lebensstandard, zum Beispiel Deutschland, rund ein Drittel der Menschen chronisch mit dem Magenkeim infiziert. „Eine Infektion mit Helicobacter kann zu einer Reihe von Erkrankungen führen“, erläuterte DGVS-Kongresspräsident Joachim Labenz. Zu den möglichen Folgeerkrankungen zählten Magenschleimhautentzündungen, Geschwüre im Magen oder im Zwölffingerdarm, Tumore im Lymphgewebe und Magenkrebs. Allerdings bleibe die Infektion in den meisten Fällen symptomfrei, nur bei etwa einem Fünftel der Betroffenen führt sie zu einer Erkrankung. Aus diesem Grund zögerten Ärzte und Patienten bei der Diagnose häufig, die Infektion zu behandeln, verwies er.

Anzeige

„Die Frage ‚Behandeln oder nicht?‘ ist eindeutig zu beantworten: Jede Infektion sollte therapiert werden“, unterstrich Labenz. Zwar gebe es Hinweise darauf, dass das Bakterium vor bestimmten Erkrankungen schütze. So hätten etwa Fettleibigkeit, Sodbrennen und Speiseröhrenkrebs in Ländern mit abnehmender Helicobacter-Durchseuchung zugenommen. Ein direkter Zusammenhang sei aber bisher nicht erwiesen. Zudem sei es noch nicht möglich, zuverlässig eine möglicherweise harmlose von einer riskanten Infektion zu unterscheiden.

„Nach kritischer Abwägung aller bisherigen Erkenntnisse scheint das Risiko einer Infektion weit größer als deren Nutzen zu sein“, sagte Experte. Schließlich könne ein Träger des Helicobacter jederzeit schwer erkranken. Außerdem reduziere eine erfolgreiche Therapie das Risiko für andere Menschen, ebenfalls von dem Keim befallen zu werden.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Oktober 2019
Dallas – Eine Fundoplikatio nach Nissen, die einen gastroösophagealen Reflux mit chirurgischen Mitteln stoppt, hat in einer randomisierten Studie die Beschwerden von Patienten gelindert, die nicht auf
Gastroösophageale Refluxkrankheit: Operation bei PPI-refraktärem Sodbrennen effektiv
8. Oktober 2019
Berlin/Wiesbaden – Lernfähige Systeme der künstlichen Intelligenz (KI) haben ein großes Potenzial, um Gastroenterologen bei der Früherkennung von Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes zu
Künstliche Intelligenz kann Gastroenterologen bei der Darmkrebsvorsorge unterstützen
8. Oktober 2019
Bremen – Scharfe Kritik an einer Empfehlung im British Medical Journal (BMJ) zum Darmkrebsscreening hat das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) geübt. In dem Beitrag
Präventionsforscher betonen Bedeutung des Darmkrebsscreenings
4. Oktober 2019
Norwich – Der Aufenthalt auf einer Intensivstation ist mit einer deutlichen Veränderung der Darmflora verbunden. Den größten Einfluss hatte in einer Studie in Microbial Genomics (2019; doi:
Aufenthalt auf Intensivstation verändert die Darmflora nach wenigen Tagen
30. September 2019
Kiel/New York – Wenn Gastroenterologen sich bei der Colitis ulcerosa für den Einsatz von Biologika entscheiden, sind TNF-Blocker die erste Wahl. Die Hersteller von Biologika mit anderen
Colitis ulcerosa: Vedolizumab und Ustekinumab erzielen bessere Wirkung
16. September 2019
Kiel – Veränderungen des Darmmikrobioms bei Typ-2-Diabetes hängen vor allem mit Übergewicht und der Einnahmen von Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten zusammenhängen und weniger mit der
Übergewicht bestimmender Faktor für Zusammensetzung des Darmmikrobioms bei Typ-2-Diabetes
10. September 2019
St. Louis – Die häufige Behandlung von Frühgeborenen mit Antibiotika kann die Entwicklung der Darmflora offenbar langfristig stören. In einer Studie in Nature Microbiology (2019; doi:
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER