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Ärzteschaft

Wie die medizinische Versorgung von Flüchtlingen gelingen kann

Montag, 21. September 2015

Stuttgart – Ein Konzept für die medizinische Versorgung von Flüchtlingen hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg vorgestellt. Die Herausforderung sei zu bewältigen, wenn gewohnte Pfade verlassen und pragmatische Vorgehensweisen umgesetzt würden, sagte der stellvertretende KV-Vorsitzende, Johannes Fechner.

Zunächst sollte in jeder Gemeinschaftsunterkunft ab circa 50 Personen eine Sanitäts­stelle eingerichtet werden. Freiwillige Ärzte verschiedener Fachrichtungen aus Praxis und Klinik könnten sie besetzen. Damit entfielen Transportprobleme von den Sammel­unterkünften zu regulären Arztpraxen, außerdem gebe es in Sammel­unterkünften oft Mitbewohner mit zumindest englischen, häufig auch deutschen Sprachkenntnissen. Fechner merkte an, dass sich unter den Asylbewerbern zahlreiche Ärzte und Ange­hörige weiterer Gesundheitsberufe befänden. „Wir wollen diese rasch identifizieren und sie bitten, uns als besonders qualifizierte Dolmetscher bei der Versorgung zu unterstützen. Gleichzeitig leisten wir einen Beitrag zur Willkommenskultur“, sagte er.

Die Arzneimittelversorgung sollte per Privatrezept auf den Namen eines Asylbewerbers erfolgen. Die umliegenden Apotheken erhielten die Rezepte im wöchentlichen Turnus und belieferten die Sammelunterkünfte täglich. Das zuständige Sozialamt müsste vorab den Apotheken die Bezahlung der abgegebenen Arzneimittel gutsagen.

Bis zur flächendeckenden Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte sollten Ärzte eine Stundenvergütung erhalten. Das würde den bürokratischen Aufwand vermindern. © hil/aerzteblatt.de

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