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Senkung der Bettenbelegung reduziert Sterblichkeit

Donnerstag, 24. September 2015

dpa

Derby – Die Bettenauslastung im Krankenhaus könnte die Mortalität und die Versorgung in Notaufnahmen wesentlich beeinflussen. Im Emergency Medicine Journal berichten Forscher des Royal Derby Hospital bei einer geringeren Belegung über eine niedrigere Mortalität und eine schnellere Versorgung von Patienten in Notaufnahmen. Die Arbeits­gruppe um Dan Boden beobachtete dies in einer Reihe von Lehrkrankenhäusern in Derby (doi:10.1136/emermed-2014-204479).

Dass die Mortalität bei einer maximalen Auslastung des Krankenhauses steigt, ist zunächst naheliegend. Laut den Forschern stützen auch Studien diesen Zusammen­hang. Fehlende Zeit für kritisch kranke Patienten und die Überlastung des Personals erschwerten eine gute Versorgung. Unklar sei jedoch, ob konkrete Interventionen, die die Belegung reduzieren, ebenfalls einen Einfluss auf die Mortalität haben. In ihrer Studie untersuchten sie den Effekt einer solchen Intervention.

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Sie analysierten darüber hinaus, ob die Bettenauslastung auch einen Einfluss auf die Versorgung von Patienten der Notaufnahme nimmt. Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium in Großbritannien legte 2010 fest, dass 95 Prozent der Patienten in einer Notaufnahme innerhalb von vier Stunden untersucht und behandelt werden sollen. Dieses sogenannte A&E Target gilt als ein Marker für die Versorgungsqualität.

Ziel der Intervention war, die durchschnittliche Bettenbelegung in den Lehrkranken­häusern von Derby auf 90 Prozent zu begrenzen. Dies erreichten die Krankenhäuser über eine Vergrößerung der Bettenkapazität, tägliche Visiten durch erfahrene Ärzte und die Belegung von chirurgischen Betten mit geplanten internistischen Patienten. Die Forscher verglichen den Effekt auf Mortalität und Notfallversorgung ein Jahr vor und nach der Intervention.

Die Maßnahmen zeigten Wirkung: Die Belegung der Betten sank von 2012 mit 93,7 Prozent auf 90,2 Prozent im Jahr 2014. Ein großer Effekt konnten die Wissenschaftler auf die Notfallversorgung von Patienten nachweisen. Das Vier-Stunden-Ziel des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums konnten die Krankenhäuser vor der Intervention zu 33 Prozent der Zeit erfüllen, während es nach den Maßnahmen in 51,4 Prozent der Zeit erreicht wurde. Die Mortalität sank in den Kliniken durch die geringere Bettenauslastung um 4,5 bis 4,8 Prozent.

Mit Hilfe ihrer Daten konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass konkrete Interven­tionen, um die Auslastung der Krankenhäuser zu reduzieren, die Ergebnisse der stationären und notfallmäßigen Versorgung verbessern könnten. Andere Faktoren, wie die insgesamt sinkende Krankenhausmortalität oder ein milder Winter 2013, seien als mögliche Störgrößen jedoch nicht auszuschließen. Dennoch stützen die Ergebnisse die These, dass eine Überfüllung in Krankenhäusern negative Effekte auf die Mortalität hat und Gegenmaßnahmen Wirkung zeigen können, so das Fazit der Arbeitsgruppe.

© hil/aerzteblatt.de

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Avatar #675503
Widerstand
am Donnerstag, 24. September 2015, 22:08

...wollen Sie sterben?

Das ware dann die Frage, die dem Anrufenden bei Notrufen zuerst gestellt werden müßte. Wer noch "Nein" röcheln kann, muss selbst in die Notaufnahme gehen und dann wieder nach Hause, denn im Krankenhaus wird ja gestorben. Was für eine paradoxe Welt.
LNS

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