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Ärzteschaft

Ärzte verordnen weniger Antibiotika

Donnerstag, 24. September 2015

Berlin – Vor dem Hintergrund zunehmender Antibiotika-Resistenzen hat der Vorsitzende der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, zu einem verantwortlichen Umgang mit Antibiotika aufgerufen. Erfreulicherweise seien die Verord­nungszahlen von Antibiotika in der Humanmedizin rückläufig, sagte Ludwig gestern bei der Vorstellung des Arzneiverordnungsreports in Berlin.

Im Jahr 2013 hätten Antibiotika noch auf Platz zwei der verordnungsstärksten Arznei­mittel gelegen, im Jahr 2014 nur noch auf Platz fünf. Zu verzeichnen sei dabei eine Abnahme sowohl der Verordnung der oral verabreichten Cephalosporine als auch der Harnwegs-Fluorchinolonen.

Zwar habe die Antibiotika-Abgabemenge auch in der Tiermedizin abgenommen. Dieser Trend lasse sich für Reserve-Antibiotika mit besonderer Bedeutung für den Menschen, zum Beispiel Cephalosporine und Fluorchinolone jedoch nicht beobachten. Bei Fluor­chinolonen sei die Abgabemenge im Vergleich zu 2011 sogar erheblich gestiegen, von 8,2 Tonnen im Jahr 2011 auf 12,3 Tonnen im vergangenen Jahr.

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Ludwig betonte, dass eine rationale Antibiotikatherapie nur möglich sei, wenn die essenziellen Wirkstoffe auch zur Verfügung stünden. Lieferengpässe bei bestimmten patentfreien, bewährten Antibiotika verschärften das Problem der Resistenzentwicklung. Derzeit sind beispielsweise Ampicillin i.v. und die Wirkstoffkombination Ampi­cillin/Sulbactam i.v. von Lieferproblemen betroffen. Der Grund dafür sei, dass statt dieser Wirkstoffe breiter wirksame Antibiotika eingesetzt werden müssten. Dies trage zu Resistenzbildungen bei. © EB/aerzteblatt.de

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