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Ärzteschaft

Neuer Hausarztvertrag Sachsen mit kontaktunabhängiger Jahrespauschale

Montag, 28. September 2015

Dresden/Berlin – Der Sächsische Hausärzteverband und die AOK Plus, die größte Krankenkasse in Sachsen, setzen einen neuen Vollversorgungsvertrag zur Hausarzt­zentrierten Versorgung (HZV) um. Er wird zum 1. April 2016 starten, die Einschreibung ist ab Oktober möglich. Grundlage ist ein Schiedsspruch. „Dieser Vertrag ist die lang erwartete Weiterentwicklung des gültigen Add-on-Vertrages in Sachsen“, urteilte die Vorsitzende des Verbands, Ingrid Dänschel.  

Der Vertrag sieht eine kontaktunabhängige Jahrespauschale in Höhe von 120 Euro vor, die für jeden eingeschriebenen Patienten gezahlt wird. „Mit dieser einmaligen Vergütungs­systematik machen wir Schluss mit dem Zwang zum Quartalsdenken“, sagte Dänschel. Die Vergütung der Hausärztinnen und Hausärzte sei nicht mehr davon abhängig, dass die Patienten einmal im Quartal in die Hausarztpraxis kämen, sondern die Hausärzte erhielten einen Teil ihrer Vergütung „für die umfassende und langfristige Versorgung“ der Patienten.

Neben der Jahrespauschale sieht der Vertrag zwei Chronikerpauschalen vor, die nach der Morbidität gestaffelt sind. Darüber hinaus soll nach Angaben des Sächsischen Hausärzteverbands durch Vergütungselemente die hausärztliche Betreuung von Krebspatienten, die hausärztliche palliative Versorgung sowie die Koordination im Rahmen der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung gefördert werden. Hausbesuche werden als Einzelleistung honoriert. Mit dieser Vertragsstruktur werde auch die sehr hohe Morbidität in Sachsen berücksichtigt, hieß es.

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Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hausärzteverbands, Eberhard Mehl, lobte während der Delegiertenversammlung in der vergangenen Woche in Berlin den Schiedsspruch. Damit gehe man den nächsten Schritt beim Versorgungsmanagement, sagte er: „Wir müssen die Hausärzte in die Situation versetzen, sich auf die chronisch Kranken zu konzentrieren.“ 

© hil/aerzteblatt.de

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