Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Hebammen mit neuer Haftpflichtregelung unzufrieden

Montag, 28. September 2015

Köln – Der Deutsche Hebammenverband (DHV) hat die Neuregelung zum Haftpflicht­ausgleich kritisiert. Es handelt sich um die Entscheidung einer Schiedsstelle, nachdem die Verhandlungen zwischen dem DHV und dem Spitzenverband Bund der Kranken­kassen (GKV-Spitzenverband) zu keinem Ergebnis gekommen waren. „Die Ent­scheidungen der Schiedsstelle sind für uns so nicht hinnehmbar“, sagt Martina Klenk, Präsidentin des DHV. Die neue Ausgleichszahlung bedeute für die Hebammen eine Verschlechterung.  

Konkret beschlossen wurde, dass Hebammen nur dann eine Ausgleichszahlung für ihre Berufshaftpflichtversicherung erhalten können, wenn sie mindestens eine geburts­hilfliche Leistung pro Quartal nachweisen. Die bisherigen Pauschalen für die Haftpflicht, die mit der Vergütung für jede einzelne Geburt gezahlt wurden, entfallen. Die Vergütung für alle Hebammenleistungen wird gleichzeitig um fünf Prozent angehoben.

Zugleich wurden Qualitätskriterien für Hausgeburten vereinbart. Als absolute Ausschlusskriterien gelten ein insulinpflichtiger Diabetes, eine Blutgruppen-Inkompatibilität und ein Zustand nach Uterus-Ruptur. Nach Meinung des GKV-Spitzenverbandes führt die Neuregelung zu mehr Sicherheit.

Der DHV sieht das anders „Die Einführung von Ausschlusskriterien hat nichts mit einer Verbesserung der Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe zu tun, sondern bewirkt ihre Abschaffung“, hieß es aus dem Verband. Die neue Regelung zu den Ausgleichs­zahlungen bewirke außerdem, dass eine Hausgeburt nicht mehr mit 861,62 Euro wie bisher vergütet werde, sondern nur noch mit 675,12 Euro.

Nach Angabe des DHV wird den Hebammen nicht die komplette Haftpflicht erstattet, die mittlerweile bei fast 6.300 Euro liege. Maximal könne eine Hebamme rund 4.400 Euro als Ausgleichzahlung erhalten. Dem GKV-Spitzenverband zufolge war es hingegen nach der alten Regelung mit pauschalen Zuschlägen für jede einzelne Geburt zu einer „Überzahlung“ bei Hebammen mit vielen Geburten gekommen.

Die Entscheidung der Schiedsstelle ist nach Veröffentlichung bindend. Der DHV will aber prüfen, inwiefern er dagegen vorgehen kann. © BH/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

05.05.17
Gröhe sichert Hebammen weiter Unterstützung zu
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) hat den Hebammen weiterhin seine Unterstützung zugesichert. Hebammen leisteten einen unverzichtbaren Beitrag für die Versorgung von Schwangeren,......
04.05.17
Hebammenverband fordert Umdenken in der Geburtshilfe
Berlin – Hebammen haben eine Betreuung Schwangerer möglichst nah an ihrem Wohnort gefordert. Der Deutsche Hebammenverband (DHV) beklagte heute in Berlin, dass stattdessen immer mehr Kreißsäle......
03.05.17
Fast 11.000 Hebammen in Geburtshilfe tätig
Wiesbaden – Fast 11.000 Hebammen haben 2015 in deutschen Krankenhäusern Geburtshilfe geleistet. Von den insgesamt 10.919 Hebammen und Entbindungspflegern waren mit 9.081 die meisten festangestellt,......
18.04.17
Grüne fordern bessere Hebammenversorgung
Berlin – In einem Positionspapier fordern die Grünen im Bundestag mehr Hebammen und eine höhere Zahl von Kreißsälen in Ballungszentren. „Die Politik muss die richtigen Voraussetzungen für diesen so......
06.04.17
Studie soll Zahlen zur Hebammenversorgung in Bayern liefern
München – Eine Studie des bayerischen Gesundheitsministeriums soll bis zum Frühjahr 2018 klären, wie die Versorgung mit Hebammen im Freistaat ist. „Ein Mangel an Hebammen in Bayern ist durch Zahlen......
22.03.17
Ulm – Die Akademie für Gesundheitsberufe des Universitätsklinikums Ulm will die Zahl ihrer Ausbildungsplätze für Hebammen in den nächsten drei Jahre auf 108 verdoppeln. „Der Bedarf an ausgebildeten......
23.02.17
Erfurt – Angesichts von Engpässen bei Hebammen in Thüringen sollen künftig mehr Geburtshelferinnen ausgebildet werden. Im September starte in Erfurt ein weiterer Ausbildungsgang, kündigte......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige