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Politik

Deutsches Cochrane Zentrum soll dauerhaft gefördert werden

Mittwoch, 30. September 2015

Berlin Die Bundesregierung strebt für das Deutsche Cochrane Zentrum (DCZ) ab dem Jahr 2017 eine institutionelle Förderung an. Das berichtet der Informationsdienst „heute im Bundestag“. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) erklärte demnach im Gesundheitsausschuss, für 2016 sei nochmals eine Projektförderung vorgesehen. Das Ziel sei jedoch eine langfristige, nachhaltige Sicherung der Einrichtung. Einzelheiten nannte Gröhe nicht.

Seit geraumer Zeit wird geprüft, wie die Finanzierungsgrundlagen des Zentrums mit Sitz in Freiburg im Breisgau verbessert werden können. Derzeit finanziert sich die unabhängige Einrichtung vornehmlich über Fördermittel und Spenden. Das DCZ wird seit 1998 im Rahmen der Projektförderung durch die Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie Gesundheit unterstützt.

Gröhe sagte, die Arbeit der Wissenschaftler sei unzweifelhaft wichtig als Beitrag zur Stärkung der evidenzbasierten Medizin. Eine nachhaltige Förderung sei daher wünschenswert. Es sei aber „keine totale Strukturveränderung“ geplant. Vielmehr laufe es auf eine Verfestigung der bestehenden Strukturen in Freiburg hinaus.

Gutachter plädierten im Frühjahr für größeres Angebot und mehr Finanzmittel
Die Bundesregierung greift damit Anregungen von Fachleuten auf, die sich im Frühjahr ebenfalls im Gesundheitsausschuss dafür ausgesprochen hatten, die Kernaufgaben des Cochrane Zentrums auszubauen und seine Finanzierung abzusichern. Grundlage der Empfehlungen war ein Gutachten. Dafür wurden Interviews mit Fachleuten aus Institutionen des Gesundheitswesens geführt, darunter Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung.

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Das DCZ muss derzeit mit sehr wenigen Mitarbeitern auskommen. Es verfügt über gerade einmal 8,32 Vollzeitstellen. DCZ-Direktor Gerd Antes hatte seinerzeit im Ausschuss auf die „wackelige Finanzierung“ seiner Institution hingewiesen, die unter kurzfristigen Verträgen und einem Mangel an Personal leide. Es bestehe zudem „ein völliges Annahmeverbot von Industriemitteln“. Das mache das DCZ finanziell sehr verwundbar, präge aber auch seinen guten Ruf.

Das DCZ übernehme „hauptsächlich fundamentale Aufgaben“, so die Gutachter damals. Dadurch schaffe es Grundlagen und Rahmenbedingungen dafür, „dass andere Akteure evidenzbasiert arbeiten können“. Als besonders bedeutend würden seine Arbeiten im Bereich der Methodenadaption sowie im Bereich Wissenstransfer eingestuft. Das Angebot werde jedoch „als nicht ausreichend“ empfunden. Fachleute würden sich mehr Schulungen und eine bessere laienverständliche Übersetzung von Review-Abstracts wünschen. © Rie/aerzteblatt.de

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