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Abgas-Skandal hat auch gesundheitliche Aspekte

Mittwoch, 30. September 2015

Berlin – Auf die gesundheitlichen Aspekte des VW-Abgas-Skandals hat der NAV-Virchowbund hingewiesen. „Der Skandal fördert zutage, dass die Wirtschaftsförderung der Automobilindustrie noch immer stärker wirkt als der Kampf gegen die Gesund­heitsbelastung der Bevölkerung“, sagte dessen stellvertretender Bundesvorsitzende Veit Wambach. Er kritisierte, dass die Debatte um manipulierte Abgasmessungen bei Dieselmotoren überwiegend unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werde.

Der NAV weist daraufhin, dass laut Studien der Deutschen Umwelthilfe 64 Prozent der Belastung durch giftiges Stickstoffdioxid (NO2) in Deutschland auf den Straßenverkehr zurückzuführen sind. 80 Prozent davon stammen von Dieselfahrzeugen, davon wiederum etwa die Hälfte von Pkw. „Insgesamt sind Diesel-Pkw demnach für 26 Prozent der NO2-Belastung in Städten verantwortlich“, hieß es aus dem Verband. „Die gesundheitlichen Gefahren, die von Stickstoffoxiden (NOx) ausgehen, nehmen in der öffentlichen Diskussion viel zu wenig Raum ein“, kritisierte Wambach.

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Stickstoffoxide, insbesondere Stickstoffdioxidkonzentrationen, könnten zu Atem­wegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Allergien führen. Bei Asthmatikern könnten sie die Symptome verschlimmern. Wambach appelliert an das Bundesumweltministerium und andere verantwortliche Stellen, gesundheitlich unbedenkliche Grenzwerte vorzugeben und auf deren Einhaltung zu pochen. „Falsche Rücksichtnahme auf wirtschaftliche Interessen wäre ein fatales Signal“, so der stellvertretende NAV-Bundesvorsitzende.

© hil/aerzteblatt.de

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