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Ärzteschaft

Versorgungsprobleme bei ZNS-Erkrankungen absehbar

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Berlin – Erhebliche Probleme bei der Versorgung von Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen erwartet der Spitzenverband ZNS (SPiZ). So leiden mehr als 1,4 Millionen Menschen in Deutschland an einer Demenz. Schätzungen zufolge soll die Zahl der Patienten bis zum Jahr 2050 auf etwa drei Millionen steigen. „Zunehmen werden aber auch andere altersbedingte Erkrankungen, zum Beispiel Depressionen, Folgen von Suchterkrankungen –vor allem von Alkoholmissbrauch –und altersbedingte neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall und Parkinson“, sagte der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Neurologen (BDN), Uwe Meier. Der Verband ist Mitglied des SPiZ.

Ein wesentliches Problem sei die Überalterung vor allem von Nervenärzten, „was zu einem erhöhten Wiederbesetzungsbedarf mit Neurologen oder Psychiatern in den nächsten Jahren führen wird“, so Meier.

Er verwies stellvertretend für andere Regionen auf den Fachärztereport der Kassen­ärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, der ein steigendes Durchschnittsalter von Nervenärzten festgestellt hat und einen vermehrten Wiederbesetzungsbedarf in den nächsten Jahren prognostiziert – insbesondere auf dem Land. In Hessen entfallen demnach 36,92 Prozent der Nervenärzte auf die Altersgruppe 50-59 Jahre und 36,67 Prozent auf die Gruppe der 60 Jährigen oder Älteren.

„Wir werden Patienten mit Demenz und anderen altersbedingten neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen künftig nur dann gut versorgen können, wenn alle an der Versorgung Beteiligten in der Region eng und effektiv zusammenarbeiten und wenn es mehr Fachärzte für die ZNS-Fächer gibt“, ist Meier überzeugt. © hil/aerzteblatt.de

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