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Apotheker fordern klare Regeln für medizinisch eingesetztes Cannabis

Freitag, 2. Oktober 2015

Düsseldorf – Deutsche Apotheker wollen beim medizinischen Einsatz von Cannabis drei Anforderungen erfüllt sehen: Erstens müsse die erforderliche pharmazeutische Qualität gewährleistet werden, zweitens dürfe Cannabis, wie andere verschreibungspflichtige Arzneimittel auch, nur in Apotheken abgegeben werden, drittens müsse es von gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Diese Forderungen beschloss die Haupt­ver­samm­lung der deutschen Apotheker Anfang Oktober im Rahmen des Deutschen Apothekertages.

„Die Qualitätsanforderungen müssen wissenschaftlich fundiert und nachvollziehbar sein. Eine gleichbleibende Qualität kann nur bei einem kontrollierten Anbau mit ständiger Überprüfung, nicht jedoch bei einem Eigenanbau durch die Patienten gewährleistet werden“, begründete Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer den Beschluss.

Risiken bei nichtmedizinischem Gebrauch von Cannabis

Cannabis wurde vor kurzem in einigen US-Bundesstaaten zum Gebrauch in der Freizeit legalisiert. Gleichzeitig verbessert sich der wissenschaftliche Kenntnisstand bezüglich des therapeutischen Potenzials von cannabishaltigen Arzneimitteln (1). 

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Die Abgabe in der Apotheke sei unerlässlich, um die notwendige Beratung zur Anwendung sicherzustellen, die Kostenübernahme durch die Kran­ken­ver­siche­rung gewährleiste den Zugang zur ärztlich indizierten Cannabistherapie unabhängig von der wirtschaftlichen Situation der einzelnen Patienten. Derzeit ist die Kostenübernahme cannabisbasierter Rezepturarzneimittel durch die gesetzlichen Krankenkassen nicht einheitlich geregelt. Diese unterschiedliche Praxis der Krankenkassen sei für betroffene Patienten nicht hinnehmbar, so Kiefer. © hil/ots/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 2. Oktober 2015, 23:23

Die Apotheker

sind wie immer zuallererst besorgt um ihr Arzneimittelmonopol. Eine regulierte Abgabe qualitätskontrollierter Cannabisprodukte an Erwachsene durch Nichtapotheker - ein Graus. Und vllt sogar noch BILLIGER!
THC kostet als Dronabinol ca 1€/mg im Einkauf, als Fertigpräparat bis zum Dreifachen. Medizinisches Cannabis kostet etwa 15€ pro Gramm mit einem THC-Gehalt von 10%,
Die Apotheken werden sich die teuren Substanzen sicher nicht ins Lager legen - also immer Probleme mit der Versorgung haben.
Heute schon zu beobachten in der Substitutionstherapie Drogenabhängiger: Ärzte dürfen Patienten keine Substitutionsmittel überlassen, weil die Apotheker wider besseres Wissen behaupten, Substitutionsmittel in allen Apotheken zu jeder Zeit vorzuhalten, so dass niemals Versorgungsprobleme auftreten würden...

Da Cannabis "nach Wirkung" konsumiert bzw dosiert wird (Rauchen, Vaporisatoren, Mundspray), kann selbstverständlich auch selbstgezogenes Marihuana mit unbekanntem Wirkstoffggehalt verwendet werden - Gefahren durch Überdosierung bestehen bei natürlichem Cannabis nicht.
LNS

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