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Diabetes Gesellschaft: Ernährungs­themen gehören ins Gesundheits­ministerium

Freitag, 2. Oktober 2015

dpa

Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat dafür plädiert, die Zuständigkeit für Ernährung als Strategie der Prävention und Gesund­heits­förder­ung aus dem Landwirtschaftsministerium ins Ge­sund­heits­mi­nis­terium zu verlagern. Immerhin stelle die moderne Ernährung mit zu viel Fett, Zucker und Salz neben Rauchen, Alkoholkonsum und körperlicher Inaktivität eine der Hauptursachen für nichtübertragbare Krankheiten wie Diabetes, Herzkreislauferkrankungen und Krebs dar, so die Fachgesellschaft.

„Das Landwirtschaftsministerium vertritt primär die Interessen der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie“, erklärte DDG-Geschäftsführer Dietrich Garlichs. Dabei blieben  gesundheitlichen Belange der Bevölkerung leider oft auf der Strecke. Um diesen Interessenkonflikt aufzuheben, sei für Lebensmittel ein Primat der Gesundheitspolitik vor der Landwirtschaftspolitik sinnvoll. Das gelte besonders auch in Hinsicht auf die Frage, ob Ernährung als Teil des freien Welthandels von landwirtschaftlichen Produkten betrachtet wird oder eher als Frage der Prävention und Gesund­heits­förder­ung.

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Laut einer aktuellen, vom Bun­des­for­schungs­minis­terium geförderten Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg verursache ungesunde Ernährung im deutschen Gesundheitssystem jährliche Kosten von fast 17 Milliarden Euro. Einrichtungen wie die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO), die britische Ärzteorganisation British Medical Association und viele andere fordern daher Maßnahmen wie ein Verbot von an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung oder die Einführung einer Zucker-Fett-Steuer.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) spricht sich laut DDG dagegen konsequent gegen derartige Schritte aus. „Das ist keine Überraschung, wenn man die Strukturen genauer betrachtet“, erläuterte Garlichs. Schließlich sei das BMEL für die Lebensmittelerzeugung zuständig, zu der auch die deutsche Zuckerindustrie gehöre.

© hil/aerzteblatt.de

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