NewsMedizinInhalative Steroide stören Wachstum von Kleinkindern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Inhalative Steroide stören Wachstum von Kleinkindern

Dienstag, 6. Oktober 2015

Kupio – Kinder, die in den ersten zwei Lebensjahren mit inhalativen Steroiden behandelt werden, haben möglicherweise ein vermindertes Wachstum. Dies kam in einer Kohor­tenstudie heraus, deren Ergebnisse auf der Jahrestagung der European Society for Paediatric Endocrinology in Barcelona vorgestellt wurden.

Inhalative Kortikosteroide, die zu den wirksamsten Mitteln zur Asthmakontrolle zählen, werden zunehmend auch bei Säuglingen und Kleinkindern eingesetzt. Die Mittel haben sich bei Erwachsenen und älteren Kindern weitgehend als sicher erwiesen. Frühere Studien, die im letzten Jahr in zwei Meta-Analysen (Cochrane-Review 2015; dod: 10.1002/14651858.CD009471.pub2 und CD009878.pub2) zusammengefasst wurden, haben jedoch gezeigt, dass es - vor allem im ersten Jahr der Therapie – zu einer leichten Wachstumsverzögerung im Bereich von etwa einem halben Zentimeter kommt.

Anzeige

Zuvor hatte eine Kohortenstudie das Wachstumsdefizit unter einer Langzeittherapie mit inhalativem Budenoxid mit 1,2 cm am Ende der Wachstumsperiode angegeben (NEJM 2012; 367: 904-12). In dieser Studie war die Therapie im Alter von 5 bis 13 Jahren begonnen worden.

Antti Saari von der Universität von Ostfinnland in Kupio und Mitarbeiter kommen jetzt für eine Therapie in den ersten beiden Lebensjahren zu einem deutlich größeren Einfluss. In einer Kohorte von 12.482 finnischen Kindern waren sowohl die Wachstums­geschwindigkeit in den ersten beiden Lebensjahren als auch die Größe im Alter von zwei Jahren signifikant geringer, wenn die Kinder mit inhalativen Steroiden behandelt wurden. Einen besonders großen Einfluss hatte Budesonid. Sollten die Kinder den Rückstand später nicht aufholen, wären sie als Erwachsene im Durchschnitt 3 Zentimeter kleiner.

Die Ergebnisse wurden nur als Abstract publiziert. Es bleibt unklar, ob neben der Behandlung auch die Grunderkrankung oder andere Faktoren das Wachstum der Säuglinge und Kleinkinder beeinflusst haben könnten. Saari kündigte hierzu weitere Untersuchungen an. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. Oktober 2019
Rostock – Ein Dosieraerosol, das die 3 Wirkstoffe Beclometason, Formoterol und Glycopyrronium abgibt, hat in 2 Phase-3-Studien die Lungenfunktion von Patienten mit unkontrolliertem Asthma besser
Inhalative Dreierkombination verbessert Asthmakontrolle
27. September 2019
Waldems-Esch – Erkrankungen der Atemwege und der Lunge sind trotz therapeutischer Fortschritte eine der führenden Todesursachen in Deutschland. Darauf hat das Marktforschungsinstitut Insight Health im
Umsatzplus bei Medikamenten gegen obstruktive Atemwegserkrankungen
9. August 2019
Barcelona – Bis zu 11 Prozent aller Asthmaerkrankungen im Kindesalter könnten jedes Jahr in Europa verhindert werden, wenn die Länder die von der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) für Feinstaub
Studie: Ein Drittel aller Asthmaerkrankungen bei Kindern Folge von Luftschadstoffen
6. August 2019
Mainz – Ein positives Fazit des Modellprojektes „Rheinland-Pfalz atmet durch – Telemedizin für eine gesunde Lunge“ hat das Mainzer Ge­sund­heits­mi­nis­terium gezogen. „Wir sind stolz darauf, dass wir in
Telemedizinische Unterstützung für Asthma-Patienten bewährt sich in Rheinland-Pfalz
23. Juli 2019
San Francisco – Ein bakterielles Lipid im Stuhl von Babys könnte auf eine Prädisposition für Allergien und Asthma hinweisen, wie US-Wissenschaftler in Nature Microbiology (2019; DOI
Untersuchung einer Stuhlprobe könnte Asthmarisiko bei Babys anzeigen
1. Juli 2019
Silver Spring/Maryland – Der monoklonale Antikörper Dupilumab, der bereits zur Behandlung von Neurodermitis und Asthma eingesetzt wird, kann bei Patienten mit chronischer Rhinosinusitis das Wachstum
Rhinosinusitis: Antikörper Dupilumab bremst Wachstum von Nasenpolypen
28. Mai 2019
Ghent – Belgische Forscher haben einen Antikörper entwickelt, der die Charcot-Leyden-Kristalle auflöst, die sich beim Asthma bronchiale in der Schleimhaut bilden. Bei einem Mäusemodell der Erkrankung
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER