Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Kalifornien legalisiert ärztliche Sterbehilfe

Dienstag, 6. Oktober 2015

Sacramento – Im bevölkerungsreichsten US-Staat Kalifornien dürfen Ärzte todkranke Menschen künftig beim Suizid unterstützen. Gouverneur Jerry Brown ließ das umstrittene Gesetz durch seine Unterschrift in Kraft treten. Die Beihilfe bedeutet, dass der Patient auf seinen Wunsch hin ein Mittel zur Selbsttötung vom Arzt erhält.

Zwei Ärzte müssen bestätigen, dass der Kranke nurmehr höchstens sechs Monate zu leben hat. In Oregon, Washington, Montana und Vermont ist ärztliche Sterbehilfe bereits legal. „Ich weiß nicht, was ich tun würde, wenn ich in anhaltenden und qualvollen Schmerzen im Sterben läge”, schrieb Brown, der das vom kalifornischen Senat verabschiedete Gesetz noch hätte stoppen können, zu seiner Entscheidung.

Er sei aber sicher, dass die vorgesehenen Mittel ihm in diesem Fall Trost spenden würden. „Und dieses Recht würde ich anderen nicht verwehren wollen.” Brown hatte in seiner Jugend an einem Jesuitenseminar studiert und wollte Priester werden, bevor er an der Universität Yale ein Jurastudium begann.

In den USA hatte sich vor allem die todkranken Brittany Maynard für ärztliche Sterbehilfe eingesetzt, die sich in Video-Botschaften an ein Millionenpublikum wandte und ihren geplanten Suizid am 1. November 2014 öffentlich machte. Die 29-Jährige war mit ihrer Familie von Kalifornien nach Oregon gezogen, um Sterbehilfe in Anspruch nehmen zu können. Maynards Stiftung Compassion & Choices zufolge gibt es in rund der Hälfte der 50 US-Staaten ähnliche Gesetzesvorhaben, deren Chancen allerdings sehr unterschiedlich sind.

Gegner der Sterbehilfe kritisierten das Gesetz. Dies sei ein schwarzer Tag für Kalifornien, hieß es in einer Mitteilung des Verbands Californians Against Assisted Suicide, dem unter anderem Ärzte, Kirchengruppen und Behindertenverbände angehören.

In Deutschland soll der Bundestag im November ohne Fraktionszwang über eine Neuregelung zur Sterbehilfe entscheiden. Es liegen Vorschläge von vier fraktions­übergreifenden Gruppen vor, die von einer liberalen Regelung insbesondere für Ärzte bis zu einem Verbot der Suizidbeihilfe reichen.

© dpa/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

25.05.17
Millionen US-Bürger durch neue Gesundheitsreform ohne Absicherung
Washington/Berlin – Der frühere US-Präsident Barack Obama hat eindringlich dafür geworben, die von ihm eingeleitete Reform des amerikanischen Gesundheitswesens fortzusetzen. Die medizinische......
23.05.17
US-Regierung plant Kürzungen bei Sozialleistungen
Washington – Die Regierung von US-Präsident Donald Trump peilt binnen zehn Jahren einen ausgeglichenen Haushalt an und will dies vor allem mit Kürzungen bei den Sozialleistungen erreichen. Wie aus dem......
22.05.17
Washington – US-Präsident Donald Trump plant Medienberichten zufolge drastische Einschnitte bei der Krankenversicherung für Arme. Der Haushaltsentwurf der US-Regierung sehe Einsparungen beim......
18.05.17
Staatliche Suizidbeihilfe: BfArM und BMG prüfen Urteilsbegründung des Bundesverwaltungs­gerichts
Leipzig – Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte Anfang März entschieden (Az.: BVerwG 3 C 19.15), dass der Staat Patienten in extremen Ausnahmefällen den Zugang zu einem tödlichen Medikament......
17.05.17
Sind Patienten bei jüngeren Ärzten in besseren Händen?
Boston – Trotz langjähriger Erfahrung sind ältere Ärzte ihren jungen Kollegen gegenüber nicht automatisch im Vorteil. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein: In den USA überleben Patienten im......
15.05.17
Berlin – Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wird sich bald mit Anträgen sterbewilliger Patienten befassen müssen, die von der Behörde die Abgabe tödlicher Medikamente......
15.05.17
Wohngegend beeinflusst den Blutdruck
Chicago – Der Umzug aus einem rein von Afroamerikanern bewohnten Stadtteil in eine durchmischte Wohngehend war in einer Studie in JAMA Internal Medicine (2017; doi: 10.1001/jamainternmed.2017.1226)......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige