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Medizin

Fiebersenkung mit Paracetamol auf Intensivstation ohne Vorteile

Mittwoch, 7. Oktober 2015

dpa

Wellington – Die frühzeitige Behandlung von Fieber mit Paracetamol, eine häufige Praxis auf Intensivstationen, hat in einer randomisierten klinischen Studie im New England Journal of Medicine (2015; doi: 10.1056/NEJMoa1508375) die Prognose der Patienten nicht verbessert. 

Ein Anstieg der Körpertemperatur ist bei Intensivpatienten immer ein Zeichen für eine Infektion. Außer der antiinfektiösen Therapie erhalten die Patienten auf vielen Intensiv­stationen auch Paracetamol zur Fiebersenkung. Dies geschieht aus der Überlegung heraus, dass die Senkung der Temperatur den durch die Infektion gestressten Organismus entlastet.

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Außerdem war eine kürzlich publizierte randomisierte Studie zu dem Ergebnis ge­kommen, dass eine gezielte Hypothermie die Überlebenschancen von Sepsispatienten verbessert (Am J Respir Crit Care Med 2012;185: 1088-95). Es gibt aber auch die Hypothese, nach der Fieber eine physiologische Reaktion ist, die die Abwehrreaktion des Körpers verbessert. Paracetamol würde dies verhindern und dem Patienten insgesamt schaden.

Die Australian and New Zealand Intensive Care Society hat erstmals in einer größeren randomisierten Studie untersucht, ob die Gabe von Paracetamol tatsächlich die Prognose von Intensivpatienten verbessert. An 23 Intensivstationen der beiden Länder erhielten 700 Intensivpatienten mit Fieber (Körpertemperatur 38° C oder höher) und einer bekannten oder vermuteten Infektion alle sechs Stunden eine Infusion, die entweder ein Gramm Paracetamol oder keinen Wirkstoff enthielt. Die Behandlung wurde bis zur Entlassung aus der Intensivstation oder bis zum Abklingen des Fiebers durchgeführt.

Der primäre Endpunkt war die Zahl der „ICU-freien“ Tage. Gemeint waren nur die Tage, die die Patienten in den ersten 28 Tagen nach der Aufnahme lebend und außerhalb der Intensivstationen verbrachten. Dies waren laut Paul Young vom Wellington Regional Hospital und Mitarbeitern im Paracetamol-Arm 23 Tage (Interquartilbereich 13 bis 25 Tage) und im Placebo-Arm 22 Tage (Interquartilbereich 12 bis 25 Tage). Im Para­cetamol-Arm waren 55 von 345 Patienten (15,9 Prozent) und im Placebo-Arm 57 von 344 Patienten (16,6 Prozent) bis zum Tag 90 nach der Aufnahme gestorben. © rme/aerzteblatt.de

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