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Zweitmeinung vor Operationen bei Patienten hoch im Kurs

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Hamburg – Viele Patienten in Deutschland möchten vor einer planbaren Kranken­hausbehandlung wissen, ob diese wirklich notwendig ist. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des Wissenschaftlichen Instituts für Qualität und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach würden sich drei Viertel der gesetzlich Versicherten (74 Prozent) eine Zweitmeinung bei einem anderen Mediziner einholen, sollte ihr Arzt eine Operation oder Untersuchung in der Klinik vorschlagen.

Zudem gaben 85 Prozent der Befragten an, mehr über mögliche negative Auswirkungen von „zu viel Behandlung“ erfahren zu wollen. Jeder vierte Befragte (27 Prozent) hatte manchmal oder sogar häufig den Eindruck, dass ein Arzt eine unnötige Behandlung oder Untersuchung empfiehlt. Gleichzeitig gab ein Drittel dieser Betroffenen an, sich trotz Bedenken behandelt lassen zu haben. „Die Umfrageergebnisse zeigen, dass in Sachen Überversorgung ein Problembewusstsein besteht“, sagte WINEG-Leiter Frank Verheyen.

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Auch der Gesetzgeber sehe hier Handlungsbedarf. Beispielsweise sehe das Versorgungs­stärkungsgesetz ein geregeltes Zweitmeinungsverfahren vor bestimmten operativen Eingriffen vor. Laut Gesetz müssen Patienten nun mindestens zehn Tage vor der Operation von ihrem Arzt über ihr Recht auf eine unabhängige zweite Meinung aufgeklärt werden. © hil/aerzteblatt.de

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