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Ausland

Chinesische Krankenhäuser finanzieren sich über den Verkauf von Arzneimitteln

Donnerstag, 8. Oktober 2015

dpa

Berlin – Wie in Deutschland steigen auch in China die Gesundheitsausgaben seit Jahren an. Weil der Anteil der Arzneimittelausgaben an den Gesamtausgaben sehr hoch ist, plant China im kommenden Jahr eine Reform der Arzneimittelpreisgestaltung. Das erklärte Zhang Zenshong, Generalsekretär des „Chinese Health Economics Institute“ am vergangenen Freitag im Rahmen der 28. Jahres­tagung der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Medizin in Berlin.

„40 Prozent der Gesundheitsausgaben in China entfallen auf Arzneimittel“, sagte Zhang Zenshong. „Dabei entstehen 70 Prozent der Arzneimittelausgaben in den Kranken­häusern.“ Das Problem sei, dass sich die Krankenhäuser zu einem großen Teil über den Verkauf von Arzneimitteln finanzieren müssten. Der Grund dafür sei, dass die Kranken­häuser nicht ausreichend finanziert würden.

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„Die Krankenhäuser erhalten einen Grundzuschuss aus dem Staatshaushalt. Dieser beträgt aber nur acht Prozent des Krankenhausbudgets“, so Zhang Zenshong. Seit über 30 Jahren habe der Staat seine Zuschüsse für die Krankenhäuser gesenkt. Um sich zu finanzieren, müssten die Krankenhäuser andere Wege gehen. Und den größten Gewinn erziele ein Krankenhaus, wenn es auf dem Markt billig Arzneimittel einkaufe und sie im Krankenhaus wieder teuer an die Patienten verkaufe.

Ein anderes Problem seien die vielen Zwischenhändler, die den Preis für die Arzneimittel in die Höhe trieben. „Durch die Zwischenhändler sind die Preise am Ende um 15 Prozent höher als der eigentliche Wert des Medikamentes“, sagte Zhang Zenshong. Es sei aber schwer, in den Direktverkauf von Arzneimitteln einzusteigen.

China will das Problem lösen, indem die Provinzen künftig Kontingente von bestimmten Arzneimitteln aufkaufen, um sie dann den Krankenhäusern zur Verfügung zu stellen, zum Beispiel Aids-Medikamente oder Psychopharmaka. Zudem will das Land die Preise für die im Krankenhaus erbrachten Leistungen anheben, damit sich die Häuser nicht mehr über den Verkauf von Arzneimitteln finanzieren müssen.

© fos/aerzteblatt.de

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