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Ärzteschaft

Praxen: Keine Gewinnsteigerung durch angestellte Ärzte

Freitag, 9. Oktober 2015

Berlin – Die steigende Zahl angestellter Ärzte bringt den Praxisinhabern keine nennens­werte Erhöhung der Überschüsse, vielmehr halten sich Umsatz und Kosten die Waage. Das ergab eine Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Damit seien anderslautende Mutmaßungen der Krankenkassen nicht bestätigt worden, betonte Zi-Geschäftsführer Dominik von Stillfried.

Die Daten des Zi-Praxis-Panel (ZiPP) zeigten, dass die Höhe des Jahresumsatzes und damit auch die Produktivität maßgeblich durch die Arbeitszeit der Inhaber bestimmt wird und nicht dadurch, dass in der Praxis auch angestellte Ärzte tätig sind. „Die Anstellung von Ärzten führt nicht dazu, dass die Praxisinhaber weniger arbeiten“, erläuterte von Stillfried. Sie kämen im Schnitt auf über 50 Wochenstunden, wogegen ihre angestellten Kollegen zumeist im Umfang einer 40- oder 20-Stunden-Woche tätig seien.

Ein wachsender Anteil angestellter Ärzte führe zwar dazu, dass das Arbeitszeitangebot über alle an der ambulanten Versorgung teilnehmenden Ärzte im Durchschnitt zurückgeht, betonte von Stillfried. Die Arbeitszeit der Praxisinhaber sei nach wie vor der wichtigste Erklärungsfaktor für die Höhe des Praxisumsatzes und damit für die Leistungsfähigkeit der Praxen.

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Bei der Frage, ob die Beschäftigung von Medizinern zu höheren Gewinnen führt, müssten zudem die Lohn- und Lohnnebenkosten mit betrachtet werden, fügte von Stillfried hinzu. Nach den Daten des Zi steigen die Betriebskosten durch die Anstellung von Ärzten offenbar in dem Maße wie dadurch zusätzliche Einnahmen entstehen.

„Unterm Strich können wir beim Jahresüberschuss keinen signifikanten Beitrag durch angestellte Ärzte feststellen“, resümierte der Institutsleiter. Deshalb sei es ein Trugschluss, wenn den durch die Anstellung von Ärzten steigenden Betriebskosten virtuelle Produktivitätsgewinne gegenüber gestellt werden. © hil/aerzteblatt.de

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