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Politik

Telemedizin: Hessen holt auf

Montag, 12. Oktober 2015

Darmstadt – „In Hessen gibt es viele gute telemedizinische Projekte, die in die Fläche gebracht werden sollen. Ich hoffe, dass sich Hessen an die Spitze der Bewegung setzen wird“, erklärte Katja Leikert, MdB, Berichterstatterin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Telematik, beim zweiten hessischen E-Health-Kongress am 9. Oktober in Darmstadt. Rund 180 Fachbesucher und mehr als 40 Experten diskutierten bei der Veranstaltung darüber, wie Vernetzung und Telemedizin in dem Bundesland weiter vorangetrieben werden können.

Die hessische CDU-Abgeordnete verwies darauf, dass mit dem geplanten E-Health-Gesetz, das 2016 in Kraft treten soll, die Vernetzung im Gesundheitswesen bundesweit vorangetrieben werden soll. „Mit dem E-Health-Gesetz wollen wir eine sichere digitale Kommunikation zwischen Ärzten, Krankenhäusern, Krankenkassen und dem Patienten ermöglichen. Langfristig sollen dabei alle Leistungserbringer einbezogen werden“, sagte Leikert. Wichtige Fortschritte des Gesetzes seien der elektronische Medikationsplan und der Not­fall­daten­satz auf der elektronischen Gesundheitskarte.

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Nach Meinung der Gesundheitspolitikerin wäre es sinnvoll, zusätzlich die elektronische Patientenakte noch in das Gesetz hineinzunehmen. „Das Herzstück der Digitalisierung ist auch, dass alles etwas transparenter für den Patienten wird“, betonte Leikert. Ein zentrales Ziel sei es, den Patienten dazu zu befähigen, auf seine eigenen Gesundheits­daten zuzugreifen.

Versorgungsforschung fehlt im E-Health-Gesetz
Auf der E-Health-Agenda steht ihr zufolge darüber hinaus auch die Versorgungs­forschung. „Ich halte es für einen mittelgroßen Skandal, dass wir eine Menge an Daten haben, diese aber nicht auswerten“, kritisierte die Politikerin. „Die Versorgungsforschung ist ein Bereich, der mit dem E-Health-Gesetz I nicht abgedeckt wird, aber jetzt schon bei uns ein großes Thema ist, das sicherlich im nächsten Jahr angegangen werden wird“, kündigte sie an.

„Mit dem hessischen Gesundheitspakt 2.0 spielt Hessen ganz vorne mit“, erklärte Florian Gerster, Staatsminister a.D. und Vorsitzender der Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v. Der im März unterzeichnete zweite hessische Gesundheitspakt für die Jahre 2015 bis 2018 enthalte erstmals konkrete E-Health-Ziele und -Projekte. Ein Beispiel dafür ist der webbasierte „Interdisziplinäre Versorgungsnachweis“ IVENA.

Bei dem Projekt geht es darum, dass schon aus dem Rettungswagen heraus in Echtzeit das richtige Krankenhaus für einen medizinischen Notfall identifiziert werden kann. Voraussetzung dafür ist die überregionale Zusammenarbeit zwischen den Kranken­häusern, den zentralen Leitstellen für den Rettungsdienst und weiteren medizinischen Diensten. 90 Krankenhäuser haben sich dem Projekt schon angeschlossen, 180 sollen am Ende in Hessen dabei sein.

Aktionskreis E-Health als Austauschplattform
Die Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main hatte zur Weiterentwicklung der Telemedizin in Hessen im März 2015 den „Aktionskreis E-Health“ gegründet, der als Informations- und Diskussionsplattform fungiert und den Austausch in regionalen themenbezogenen Veranstaltungen organisiert. So standen etwa bei gut besuchten Veranstaltungen in Kassel und Frankfurt/Main die Themen Teleradiologie und die Vernetzung im Praxisalltag auf dem Programm. © KBr/aerzteblatt.de

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