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Politik

World Health Summit zur Ebola-Epidemie: Funktionierende Gesundheitssysteme schaffen

Dienstag, 13. Oktober 2015

Berlin – Um Epidemien wie den jüngsten Ausbruch von Ebola in Westafrika mit rund 11.000 Toten in Zukunft zu verhindern, müssen die Gesundheitssysteme vor Ort gestärkt werden. Das forderten Gesundheitsexperten und -politiker heute beim 7. World Health Summit in Berlin. „Niemand war auf einen solchen Ausbruch vorbereitet, weder die Regierungen der betroffenen Länder in Guinea, Sierra Leone und Liberia, noch die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO)“, sagte Samba O. Sow vom Center for Vaccine Development in Mali.

Die Krankheit sei in der Region unbekannt gewesen, entsprechend gering seien auch die Kenntnisse im Umgang damit gewesen. Die ohnehin schwachen Gesundheits­systeme seien unter der Krankheitslast zusammengebrochen, erklärte Martial De-Paul Ikounga, Commissioner for Human Ressources, Science and Technology der Afrikanischen Union.

Forschung und Wissenschaft in Afrika fördern
„Wir müssen die Gesundheitssysteme in afrikanischen Staaten stärken. Wir müssen effektive Überwachungssysteme einführen und unsere Laborkapazitäten ausbauen“, sagte er und wies zugleich auf die große Solidarität der Nachbarstaaten der von Ebola betroffenen Länder hin, die mit Gesundheitspersonal und Geld Unterstützung geleistet hätten. Um derartige Epidemien in Zukunft zu verhindern, müssten in Afrika Forschung und Wissenschaft besser gefördert werden. Hier setzt Ikounga auf das African Center of Disease Control, das mithilfe internationaler Partner bald seine Arbeit aufnehmen soll.

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Im Kampf gegen Ebola, der im Frühjahr 2014 begann, spielte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) eine Schlüsselrolle. Sie hatte wiederholt kritisiert, dass die interna­tionale Gemeinschaft viel zu spät, nämlich erst im Herbst 2014, angemessen auf die Krise reagierte. Ob man daraus gelernt habe, werde sich wohl erst beim nächsten Ausbruch zeigen, erklärte der Geschäftsführer der deutschen Sektion von MSF, Florian Westphal.

Funktionierende Gesundheitssysteme sind das einzig hilfreiche Mittel
Im Fokus müsse immer das Wohl der betroffenen Menschen stehen und nicht die internationale Sicherheit oder Handelsinteressen. Die einzigen wirksamen Mittel, um ähnliche Katastrophen zu verhindern, seien funktionierende Gesundheitssysteme, sagte er mit Blick auf die Diskussion um die Schaffung eines internationalen medizinischen Hilfscorps. „Wann würden diese ,Weißhelme‘ denn eingesetzt“, fragte Westphal.

„Wenn es politisch angemessen ist, oder wenn es die humanitäre Lage der betroffenen Bevölkerung erfordert?“ Kritik übte der MSF-Geschäftsführer auch am System der medizinischen Forschung, das falsche Anreize setze. „Wir hätten schon lange vor dem jüngsten Ausbruch eine Impfung gegen Ebola haben können.“ Es habe sich aber unter den gegenwärtigen Bedingungen für die Pharmaindustrie nicht gelohnt, einen Impfstoff zur Marktreife zu bringen.

WHO muss die öffentliche Gesundheit über politische Erwägungen stellen
Für einen Ausbau des globalen Gesundheitssystems sprach sich Sueri Moon von der Harvard T.H. Chan School of Public Health aus. Dabei müsse eine reformierte WHO eine zentrale Rolle spielen. Die UN-Organisation sei unter anderem verantwortlich dafür, den gesundheitlichen Notstand auszurufen, und dafür zu sorgen, dass sich die Mitgliedstaaten der WHO im Krisenfall an die international vereinbarten Regeln hielten (International Health Regulations). „Die WHO muss in jedem Fall die öffentliche Gesundheit über politische Erwägungen stellen“, forderte Moon.  © HK/aerzteblatt.de

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