NewsPolitikSchleswig-Holstein: Gesundheitskarte für Flüchtlinge kommt 2016
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Schleswig-Holstein: Gesundheitskarte für Flüchtlinge kommt 2016

Dienstag, 13. Oktober 2015

Kiel – Die schleswig-holsteinische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Kristin Alheit (SPD) hat heute eine Rahmenvereinbarung mit den gesetzlichen Krankenkassen zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) für Flüchtlinge unterzeichnet. Danach wird die Karte für Asylbewerber Anfang 2016 in den Kommunen des Landes starten.

„Mit der Gesundheitskarte helfen wir Menschen in Not und bauen zugleich Bürokratie in den Kommunen ab“, verwies die Ministerin. Kranke Flüchtlinge sollen mit Einführung der Karte landesweit einen direkteren Zugang zum Arzt erhalten. Dadurch könne die not­wen­dige medizinische Versorgung schneller erfolgen. „Wir setzen mit der Einführung die Verabredung des Flüchtlingspaktes Schleswig-Holstein um“, sagte Alheit.

Anzeige

Bisher müssen Flüchtlinge, die nach einem Aufenthalt in den Erstaufnahme­ein­richtungen des Landes (EAE) in eine Kommune zugewiesen werden, jeweils zunächst einen Behandlungsschein bei der örtlichen Behörde beantragen, bevor sie einen aufsuchen können. Mit der Gesundheitskarte werden sie dann direkt in eine Praxis gehen können. Das Verfahren und der Schlüssel zur Verteilung der Asylbewerber auf die beteiligten Kassen wollen Land und Krankenkassen jetzt erarbeiten.

Vertragspartner des Landes Schleswig-Holstein werden die AOK NORDWEST, BKK-Landesverband NORDWEST, IKK Nord, Knappschaft, Novitas BKK sowie die Ersatzkassen Techniker Krankenkasse (TK), BAMER GEK, DAK-Gesundheit und die Kaufmännische Krankenkasse (KKH).

Dabei soll laut Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein der Wunsch der Kommunen nach einer Zuordnung von Kreisen und kreisfreien Städten zu einzelnen Kassen berücksichtigt werden. Gleichzeitig sollen bestimmte Genehmigungsverfahren weiterhin den bislang zuständigen Behörden überlassen werden, beispielsweise bei der Versorgung mit Zahnersatz.

Die Rahmenvereinbarung regelt dem Ministerium zufolge auch die Kostenerstattung für die Krankenkassen, die in diesem Fall als Dienstleister für die Kommunen tätig werden und dafür eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 8 Prozent der entstandenen Leistungsaufwendungen, mindestens jedoch 10,00 EUR pro angefangenen Betreuungsmonat je Leistungsberechtigten erhalten. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Oktober 2020
Berlin – Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) befürchtet, dass die Coronapandemie die Integration von Migranten zurückwirft. „Die Beschäftigung der Zuwanderer war
OECD: Pandemie gefährdet Fortschritte in der Migration
16. Oktober 2020
Kassel/Gießen – Nach einer Masseninfektion mit 112 SARS-CoV-2-Fällen in einer Kasseler Flüchtlingseinrichtung werfen dort eingesetzte Ärzte dem Regierungspräsidium Gießen Versäumnisse vor. „Weil zu
Ärzte kritisieren Umgang mit SARS-CoV-2-Masseninfektion in Erstaufnahme
12. Oktober 2020
Mexiko-Stadt – In einem Lager für Einwanderer in den USA sind nach Erkenntnissen der mexikanischen Behörden mindestens zwei Frauen ohne ihre Zustimmung operiert worden. Eine der beiden Mexikanerinnen
Mexiko: Frauen in US-Auffangzentrum ohne Zustimmung operiert
12. Oktober 2020
Madrid – Innerhalb von 48 Stunden sind auf den Kanarischen Inseln mehr als 1.000 Flüchtlinge aus Afrika gelandet. So viele Ankünfte von Migranten seien seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr
Mehr als 1.000 afrikanische Flüchtlinge auf den Kanaren gelandet
9. Oktober 2020
Berlin/Brüssel – Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die Vorschläge der EU-Kommission für eine Reform der europäischen Migrations- und Asylpolitik gegen Kritik aus der eigenen Bundestagsfraktion
Seehofer: Asylpaket bringt keine „Sonderlasten“
8. Oktober 2020
Berlin – Auf die gesundheitlichen und humanitären Folgen der Abschiebepraxis von Geflüchteten haben die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)
IPPNW: Abschiebepraxis geflüchteter Menschen humanisieren
2. Oktober 2020
Samos – Ärzte ohne Grenzen hat vor der verheerenden Lage im Flüchtlingslager Vathy auf der Insel Samos gewarnt. Der Hilfsorganisation zufolge befinden sich in dem Camp 4.500 Menschen, die sich auf
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER