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Medizin

Schlafmangel des Spenders schädigt hämatopoetische Stammzellen

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Stanford – Der Erfolg einer hämatopoetischen Stammzelltherapie könnte davon abhängen, ob der Spender bei der Entnahme seiner Stammzellen ausgeschlafen ist. Darauf deuten tierexperimentelle Studien in Nature Communications (2015; 6: 8516) hin.

Forscher der Stanford Universität ließen einige Mäuse in den letzten vier Stunden vor einer geplanten Stammzelltransplantation nicht zur Ruhe kommen. Immer wenn die Tiere sich zum Schlafen hinlegten, wurden sie geweckt. Der vergleichsweise kurze Schlafentzug wirkte sich auf die Effektivität aus, mit der die entnommenen Stammzellen sich später im Knochenmark der Empfänger ansiedelten.

Wenn die Spender ausgeschlafen waren, hatten zwölf Stunden nach der Infusion bereits 3,3 Prozent der Stammzellen den Weg ins Knochenmark gefunden. Bei den über­müdeten Tieren waren es nur 1,7 Prozent. Die Stammzellen der ausgeruhten Tiere hatten acht bis 16 Wochen nach der Transplantation 26 Prozent des Knochenmarks besiedelt. Bei den übermüdeten Tieren betrug der Anteil nur 12 Prozent.

Das Team um Irving Weissman führte die Schwäche der Stammzellen auf die vermin­derte Expression bestimmter microRNA zurück, die Migration und „Homing“ der Stammzellen beeinflussen. Ob dieser Effekt auch bei menschlichen Stammzellen auftritt, ist nicht bekannt.

Bislang konzentrieren sich die Hämatologen vor allem auf die Gesundheit der Empfänger, die nach einer Stammzelltherapie eine kritische Phase der Immunschwäche zu überwinden haben. Ob der Spender, abgesehen von der Gewebeverträglichkeit der Zellen, einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Therapie hat, wurde bisher nicht untersucht.

© hilrme/aerzteblatt.de

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