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Ärzteschaft

Ernährung kann Demenz beeinflussen

Freitag, 16. Oktober 2015

Köln – Die Ernährung kann den Verlauf einer Demenzerkrankung hinauszuzögern. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hingewiesen.„Zusammen­hänge zwischen Ernährung und Demenz sind sehr vielfältig“, sagte Werner Hofmann, ehemaliger DGG-Präsident und Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation am Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster. So lasse sich bei der Hälfte der Demenzkranken im Rückblick feststellen, dass sie in den Jahren vor der Diagnose schleichend Gewicht verloren haben.

„Es lässt sich durchaus sagen: Mangelernährung und Gewichtsverlust sind begleitende Faktoren bei der Entwicklung einer Demenz“, verwies er. Ob es eine Ursache und eine daraus ableitbare Wirkung gebe, habe sich bislang aber nicht klären lassen: „Das ist wie mit der Henne und dem Ei – da ist noch Spekulation im Spiel“, so Hofmann. Studien deuteten jedoch darauf hin, dass eine Kombination verschiedener Nahrungsstoffe – zum Beispiel Vitamine, Fette und Aminosäuren – die Einschränkungen bei einer Alzheimer Erkrankung mildern könne. „Man kann aber leider nicht schlussfolgern, dass eine wieder­aufgenommene bessere Ernährung das Fortschreiten einer Demenzerkrankung aufhält“, schränkte er ein. Dafür sei die Datenlage noch zu begrenzt.

Trotzdem ist die Ernährung Hofmann zufolge ein Schalthebel, um das Gesamtbefinden der Patienten wesentlich zu beeinflussen. Er empfiehlt drei Dinge: mehr Proteine, um den Muskelabbau im Alter zu stoppen und die Sturzgefahr zu reduzieren. Mehr Kalorien, um den erhöhten Energieverbrauch durch Hyperaktivität auszugleichen. Und mehr individuell zubereitete Gerichte, auch finger food, um Leiden wie Schluckprobleme mit entsprechender Kost aufzufangen.

© hil/aerzteblatt.de

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