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Ärzteschaft

Lan­des­ärz­te­kam­mer Ärztekammer Bayern fordert zehn Prozent mehr Medizin-Studien­plätze

Montag, 19. Oktober 2015

München – Im Augenblick sind in Bayerns Krankenhäusern rund 1.000 Arztstellen nicht besetzt. Das berichtet die Ärztekammer des Bundeslandes im Vorfeld des Bayerischen Ärztetages, der vom 23. bis 25. Oktober in Deggendorf stattfindet.

Um einem Ärztemangel zu begegnen, müsse die Zahl der Medizin-Studienplätze um ein Zehntel erhöht werden, forderte der Kammerpräsident Max Kaplan. Die Zahl der berufstätigen Ärzte in Bayern sei zwar in den vergangenen zwölf Monaten, um 2,1 Prozent auf 60.184 gestiegen. Auf fünf Jahre gerechnet betrage der Zuwachs 9,4 Prozent. Doch der Anteil der Teilzeit-Beschäftigten steige immer weiter an, sagte Kaplan. „Deshalb wächst die Zahl der Köpfe, aber nicht unbedingt die Zahl der Arbeitsstunden“, erklärte der bayerische Ärztepräsident.

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Um die Versorgung zu sichern will die Bayerische Lan­des­ärz­te­kam­mer auch Gesundheitsberufe wie medizinische Fachangestellte stärker in die Versorgung einbinden. Es dürfe aber nicht darum gehen, dass solche Berufsgruppen medizinische Kernaufgaben übernähmen. „Ärzte sind unersetzbar“, sagte Kaplan.

Auch der 118. Deutsche Ärztetag hatte sich im vergangenen Mai in Frankfurt dafür ausgesprochen, Kooperationen mit Gesundheitsfachberufen „konstruktiv zu gestalten“. „Die Stellung einer korrekten Diagnose ist eine urärztliche Aufgabe. Nur auf dieser Grundlage erfolgt die Erstellung eines individuellen Therapieplans“, heißt es in der Entschließung des Ärztetages.

Kaplan wies im Vorfeld des Bayerischen Ärztetages daraufhin, dass die hohe Zahl von Flüchtlingen auch Bayerns Ärzte vor große Herausforderungen stelle. „Hier brauchen wir dringend Unterstützung“, sagte er. Um bei der Behandlung Sprachbarrieren besser überwinden zu können, sei es nötig, Sprach- und Kulturmittler einzusetzen. Außerdem sei es wichtig, Hürden beim Zugang zu Fachärzten abzubauen. Ein Überweisungs­dokument müsse genügen, damit Flüchtlinge Zugang zu Fachärzten bekommen, sagte Kaplan: „Es kann nicht sein, dass das vom Sozialamt noch mal überprüft wird.“

Vor wachsenden Problemen bei der Hygiene in den Krankenhäusern warnte die Vize-Präsidentin der Ärztekammer, Heidemarie Lux. Der Landes-Ärztetag werde diskutieren, wie sich Ansteckungen in Kliniken vermeiden lassen. Die Krankenhaus-Hygiene hänge allerdings eng mit Finanzfragen zusammen. „Alles, was in den Medien über Hygiene­probleme veröffentlicht worden ist, lag am Personalmangel“, sagte Lux. © hil/aerzteblatt.de

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