NewsPolitikHalbzeit für die Umsetzung der klinischen Krebsregister
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Halbzeit für die Umsetzung der klinischen Krebsregister

Dienstag, 20. Oktober 2015

Krebsdiagnostik /dpa

Mainz – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU), die rheinland-pfälzische Ge­sund­heits­mi­nis­terin und Vorsitzende der Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) und andere haben die Bedeutung der klinischen Krebsregister in Deutschland betont. „Wir müssen unsere gemeinsamen Anstrengungen entschlossen fortsetzen, um die gute Krebsversorgung in Deutschland weiter auszubauen und zu verbessern. Klinische Krebsregister sind dabei ein entscheidender Baustein“, sagte Gröhe auf einer Fachtagung in Mainz.

Auf der Grundlage des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes (KFRG) vom April 2013 sollen bis 2017 in ganz Deutschland klinische Krebsregister eingerichtet werden. Zur Halbzeit haben Gröhe und Bätzing-Lichtenthäler gemeinsam mit Ärzten, Patientenvertretern sowie an der onkologischen Versorgung Beteiligten über den aktuellen Stand informiert. „Um die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten in Deutschland weiter zu verbessern, brauchen krebskranke Menschen und deren Angehörige, aber auch Leistungserbringer, Kostenträger, die Wissenschaft und Politik zuverlässige Auskünfte über die Qualität der Behandlung“, betonte Bätzing-Lichtenthäler.

Anzeige

Klinische Krebsregister sind unabhängige Einrichtungen, die alle wichtigen Daten, die im Verlauf einer Krebserkrankung anfallen, erfassen, auswerten und die Auswertungsergebnisse an behandelnde Ärzte und Einrichtungen rückmelden. „Klinische Krebsregister können in Zukunft die Erfassung und Auswertung von Behandlungen übernehmen und auf diese Weise den behandelnden Ärzten Daten über den Behandlungserfolg und die Lebensqualität der in zertifizierten Zentren behandelten Patienten zur Verfügung stellen und so auch zur kontinuierlichen Verbesserung der Strukturen und Prozesse beitragen“, sagte Wolff Schmiegel, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft.

Die Hälfte der Bundesländer bauen ihre früheren epidemiologischen Register zu klinisch-epidemiologischen Registern um und aus beziehungsweise etablieren ein Krebsregister mit mehreren Außenstellen. Dabei werden zwei Bundesländer ihre Krebsregister länderübergreifend organisieren. Die zur Datenerfassung notwendigen Landesgesetze sind in vier Ländern erlassen und in weiteren sieben Ländern im Gesetzgebungsverfahren. Die laufenden Kosten der Krebsregister werden zu 90 Prozent von den Kran­ken­ver­siche­rungen getragen, zu zehn Prozent von den Ländern. Die Deutsche Krebshilfe fördert den Aufbau der Register mit 7,2 Millionen Euro. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

12. Oktober 2020
Basel – Im Zeitraum von März bis Mai dieses Jahres war in Deutschland eine signifikante Abnahme der Zahl neu diagnostizierter Krebserkrankungen festzustellen. Über die Folgen gibt es zu wenige
DGHO: Föderalismus hemmt Abschätzung der Pandemiefolgen für Krebspatienten
6. Oktober 2020
Berlin – Angesichts einer zunehmend personalisierten Medizin mit begrenzten Fallzahlen bei prospektiv randomisierten Studien sollte für eine Bewertung der Versorgungsqualität künftig auch auf
Registerdaten können für Transparenz der Versorgungsqualität sorgen
8. September 2020
Berlin – Die Krebsregister müssen seitens der Politik stärker finanziell gefördert werden. Diesen Appell formulierte Thomas Seufferlein, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, heute im Rahmen
Krebsgesellschaft mahnt stärkere Unterstützung für Register an
31. August 2020
Berlin – Obwohl die gesetzliche Regelung bereits seit 2013 gilt, gibt es noch nicht in allen Bundesländern arbeitsfähige klinische Krebsregister. Bis Ende dieses Jahres werden voraussichtlich nur acht
Nur acht von 18 klinischen Krebsregistern voll arbeitsfähig
10. Juli 2020
Berlin – Krebsregisterdaten länderübergreifend besser nutzbar machen – mit diesem Ziel hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ein Arbeitspapier mit ersten Eckpunkten erarbeitet. Das Papier,
Krebsregister: Ge­sund­heits­mi­nis­terium will Daten besser nutzbar machen
30. Juni 2020
Ulm – Das Universitätsklinikum Ulm hat ein neues nationales Register für Patienten mit follikulärem Lymphom eingerichtet. Initiator ist Christian Buske, Ärztlicher Direktor am Comprehensive Cancer
Uniklinik Ulm: Register für follikuläre Lymphome gestartet
22. Mai 2020
Stuttgart – Das Krebsregister Baden-Württemberg erfüllt alle Kriterien zur finanziellen Förderung durch die Krankenkassen. Das Register habe damit als eines der ersten bundesweit diesen wichtigen
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER