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Resistente Malaria-Erreger vor dem Sprung nach Afrika

Dienstag, 20. Oktober 2015

Rockville – Die in den letzten Jahren in Kambodscha nachgewiesenen gegen Artemisinin resistenten Malaria-Erreger können auch Anopheles-Mücken in Afrika infizieren. Dies zeigen laborexperimentelle Befunde von US-Forschern in Nature Communications (2015; 6: 8614). Damit sind alle Voraussetzungen für die befürchtete Ausbreitung der Resis­tenzen erfüllt.

Die zuerst 2008 in Kambodscha isolierten resistenten Parasiten von der Spezies Plasmodium falciparum sind bislang auf das Einzugsgebiet des Mekong beschränkt, wo sie sich in den letzten Jahren jedoch rasant ausgebreitet haben. Die Region ist zwar mehrere tausend Kilometer von Afrika entfernt.

Dies reduziert sich jedoch auf eine Flugreise von wenigen Stunden, die die Erreger mit Leichtigkeit „an Bord“ eines infizierten Patienten überstehen würden. Es war bisher nicht bekannt, ob sie in Afrika eingetroffen eine Epidemie starten könnten. Voraussetzung hierfür ist die Vermehrungsfähigkeit in den Anopheles-Mücken vor Ort. Der wichtigste Vektor der Erkrankung in Afrika ist Anopheles coluzzii, vormals Anopheles gambiae M. form genannt.

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Ein Team um Rick Fairhurst vom US-National Institute of Allergy and Infectious Disease hat in einem Labor in Rockville im US-Staat Maryland untersucht, ob die gegen Arte­misinin resistenten Parasiten A. coluzzii infizieren und ihren Entwicklungszyklus in den Mücken fortsetzen. Dies war laut Fairhurst der Fall. Die Vermehrung der Artemisinin-resistenten Parasiten erfolgte in den afrikanischen Mücken mit der gleichen Effizienz wie in Anopheles dirus and Anopheles minimus, berichtet der Forscher.

Damit besteht die immanente Gefahr einer globalen Ausbreitung der Artemisin-Resis­tenz. Sie würde den Erfolg der derzeitigen Behandlung, die auf dem in China entdeckten Medikament beruht, gefährden. Die Artemisinin-basierte Therapie ist ein Grund für den Rückgang der Todesfälle an der wichtigsten Tropenerkrankung, zu dem es in den letzten 15 Jahren gekommen ist.

Eine Alternative zu Artemisinin gibt es derzeit nicht. Der in den letzten Jahren entwickelte Impfstoff bietet nur einen begrenzten Schutz. Auch frühere Malaria-Resistenzen wurden zuerst in Südostasien beobachtet, bevor sie sich nach Afrika ausbreiteten. Bei Chloroquin hat dies viele Jahre gedauert. Die Zunahme des Flugverkehrs könnte den Zeitraum deutlich verkürzen. © rme/aerzteblatt.de

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