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Medizin

Haushaltseinkommen beeinflusst Überleben nach Herzoperation

Dienstag, 20. Oktober 2015

dpa

Stockholm – Obwohl in Schweden alle Menschen die gleiche kostenlose Gesundheits­versorgung erhalten, haben Patienten aus den unteren Einkommensschichten in den ersten Jahren nach einer Herzoperation ein überdurchschnittliches Sterberisiko. Dies geht aus einer Studie im Journal of the American College of Cardiology (2015; 66:1888-1897) hervor.

Dass ein niedriger sozioökonomischer Status mit einem erhöhten kardiovaskulären Sterberisiko einhergeht, war bereits in früheren Untersuchungen aufgefallen. Als mögliche Ursache wird der begrenzte Zugang zu kostspieligen medizinischen Therapien diskutiert. Diese Erklärung greift in Schweden nicht: Alle Einwohner werden dort kostenlos behandelt und auch teure medizinische Eingriffe wie eine offene Herzchirurgie steht jedem Schweden offen.

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Dennoch besteht ein deutlicher sozioökonomischer Gradient in der Mortalität, wie Ulrik Sartipy vom Karolinska Institut in Stockholm in einer Auswertung des „Swede­heart“-Re­gisters zeigt. Es enthält die Daten von mehr als 100.000 Menschen, die sich zwischen 1999 und 2012 einer Herzoperation unterzogen.

Wegen der einheitlichen Identifikationsnummer aller Einwohner konnte Sartipy zum einen den sozioökonomischen Status der Patienten ermitteln und ihn dann mit dem Sterbe­register abgleichen. Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Im Nachbeobachtungszeitraum von durchschnittlich 7,3 Jahren waren in der Gesamtgruppe 29 Prozent der Patienten gestorben. Im obersten Fünftel des Haushaltseinkommens betrug die Sterblichkeit 14 Prozent, im untersten Fünftel waren es dagegen 43 Prozent. Der Unterschied war auch in den anderen vier Quinten statistisch signifikant.

Die Ursache konnte Sartipy nicht ermitteln. Eine Analyse erlaubte nur die Berück­sichtigung von einigen Kofaktoren wie Alter, Geschlecht, Nierenerkrankungen, Diabetes oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel oder auch die Adhärenz zur Medikamenteneinnahme oder anderen Therapien konnte Sartipy nicht erfassen. Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis, dass die kostenlose Verfügbarkeit medizinischer Therapien allein nicht vor einem vorzeitigen Herztod schützt. © rme/aerzteblatt.de

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