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Ärzteschaft

Fachgesellschaft empfiehlt Ultraschall in der Notaufnahme

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Trier – Bei der Abklärung eines akuten Abdomens empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) eine Ultraschalluntersuchung anhand des sogenannten FAS-Konzepts. FAS steht für „Fokussierte Abdomen Sonografie“ und dient als systematischer Wegweiser durch die Untersuchung. Es ermögliche auch wenig erfahrenen Ärzten in der Notfallstation schnell die richtige Diagnose zu stellen und die Patienten rasch der notwendigen Behandlung zuzuführen, so die DEGUM.

Als Beispiel nennt die Fachgesellschaft einen Darmverschluss, der bei vier bis neun Prozent der Patienten mit kolikartigen Bauchschmerzen die Ursache der Beschwerden ist. Schnelles Handeln sei erforderlich, denn wenn die normale Passage des Darmin­haltes blockiert sei, könnten Risse in der Darmwand entstehen, Bakterien in die Bauchhöhle gelangen und dort lebensbedrohliche Infektionen verursachen.

„Neben Koliken sind Erbrechen und fehlender Stuhlgang Hinweise auf einen Darmverschluss“, erklärt Matthias Wüstner, leitender Arzt der zentralen interdisziplinären Sonographie (ZIS) am Krankenhaus der barmherzigen Brüder in Trier. Um dem Verdacht nachzugehen, gelte es in den meisten Kliniken immer noch als Standard, zunächst Röntgenbilder des Bauches anzufertigen, entweder im Stehen oder im Liegen. Flüssigkeitsspiegel in den Darmschlingen zeigten in solchen Röntgenbildern an, dass der Darm stillstehe. Oberhalb des Verschlusses seien die Darmschlingen stark erweitert, unterhalb zum sogenannten Hungerdarm entleert.

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Die Röntgendiagnostik werde weiterhin eine gewisse Rolle spielen, sie müsse jedoch nicht mehr notwendigerweise als erstes Bildgebungsverfahren zum Einsatz kommen, so Wüstner. Heute nutzten Ärzte an vielen Kliniken die Computertomographie (CT) zur Diagnostik des akuten Abdomens. „Die CT ist jedoch aufwendig und mit einem Strahlenrisiko verbunden“, so Wüstner. Der Leiter der DEGUM-Sektion Chirurgie empfiehlt stattdessen, den Ultraschall als Methode der ersten Wahl einzusetzen. Dieser könne bereits in der Notfallaufnahme durchgeführt werden und damit die Entscheidungen beschleunigen.

Das FAS-Konzept sieht einen systematischen Schallkopf-Rundgang durch den Bauch des Patienten vor. Dabei berücksichtigt der Untersucher bestimmte richtungweisende Veränderungen, die per Ultraschall gut und sicher zu erkennen seien. Neben auffälligen Ansammlungen von Flüssigkeiten oder Luft seien dies vor allem krankhafte Erweiterungen von flüssigkeitshaltigen Hohlorganen. So kann etwa der Harntrakt im Rahmen einer Harnsteinkolik oder der Gallentrakt im Fall einer Gallensteinkolik erweitert sein. „In klinischen Studien hat die Sonografie zu allen vorgenannten Fragestellungen gleichwertige diagnostische Treffsicherheit erzielt wie das CT“, betont Wüstner. 

© hil/aerzteblatt.de

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