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Politik

Pflegeverbände uneins über die Reform der Ausbildung

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Berlin/Köln – Innerhalb der Pflege ist die sogenannte generalistische Ausbildung weiter umstritten. „Der komplette Systemwechsel bei den Pflegeberufen ist inhaltlich und strukturell auf seine Auswirkungen und Risiken hin nicht überprüft worden“, kritisierte der Sprecher des Bündnis für Altenpflege, Peter Dürrmann.

Zustimmend äußerte sich dagegen jetzt der Direktor und Vorstandsvorsitzende des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung, Frank Weidner. „Es ist viel Polemik im Spiel. Es geht bei dieser Ausbildungsreform ja nicht darum, die Altenpflege sterben zu lassen oder die Kranken- und Kinderkrankenpflege zu beerdigen“, sagte er im Gespräch mit dem AOK-Magazin Gesundheit und Gesellschaft.

Am Ende der Ausbildung spezialisieren
Ziel sei vielmehr, den Pflegeberuf zu modernisieren. Die Reform ist laut Weidner überfällig, weil sie einen deutschen Sonderweg beende. „Nirgendwo auf der Welt finden Sie heute eine altersgruppenbezogene Pflegequalifikation“, so der Institutsdirektor. Es sei „vollkommen normal, Pflege grundständig zu lehren und den Absolventen die Möglichkeit zu geben, sich am Ende der Lehre zu spezialisieren“, so Weidner gegen­über Gesundheit und Gesellschaft.

Ein ähnlich kontroverses Bild zwischen den Pflegeverbänden sieht auch der pflegepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erwin Rüddel. Er habe den Eindruck, „dass die Krankenpflege nicht befürchten muss, durch diese Reform Lehrinhalte zu verlieren“, so der Abgeordnete. Massive Kritik an der Reform gebe es jedoch aus den Reihen der Alten- und der Kinderkrankenpflege.

Curriculum für Planungssicherheit der Ausbildungsinhalte
„Und zwar sowohl von Mitarbeitern aus der Pflege als auch von Schulleitern und Ausbildern, die sich Sorgen machen, dass ihre spezifischen Qualifikationen und Fähigkeiten in der geplanten Reform untergehen werden“, so Rüddel. Er forderte, bei der Einführung der generalistischen Ausbildung gleichzeitig das Curriculum dazu festzulegen, damit die Pflegeberufe Planungssicherheit hätten.

Außerdem sei wichtig, dass die entsprechende Ausbildung auch mit einem Haupt­schulabschluss zu bewältigen sei. „Ich habe durchgesetzt, dass Hauptschüler genau wie alle anderen nach drei Jahren ihren Abschluss machen können und nicht erst nach vier Jahren. Wenn die Ausbildungsinhalte allerdings so erschwert werden, dass Haupt­schüler sich gar nicht mehr trauen, eine Pflegeausbildung in Angriff zu nehmen, wäre dies ein großer Fehler“, so der Pflegeexperte. © hil/aerzteblatt.de

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