NewsPolitikGröhe plant weitere Pflegereform zur Stärkung der Beratung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Gröhe plant weitere Pflegereform zur Stärkung der Beratung

Donnerstag, 22. Oktober 2015

dpa

Aachen – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) plant ein weiteres Gesetz zur Stärkung der Pflege. Derzeit liefen die Vorarbeiten für ein „Kommunales Pflege­stärkungsgesetz“, das die Rolle der Städte und Gemeinden in der alternden Gesell­schaft stärken und Sozialversicherungen und Kommunen besser verzahnen solle, sagte Gröhe am Donnerstag beim Kommunalkongress der Konrad-Adenauer-Stiftung in Aachen. Konkret geht es um eine Stärkung der Pflegestützpunkte und darum, wie eine bessere Zusammenarbeit in der Beratung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen vor Ort erreicht werden kann.

Beratung für Pflegebedürftige in Modellkommunen
Laut Gröhe hat eine „Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Stärkung der Rolle der Kommu­nen in der Pflege“ Empfehlungen ausgearbeitet. So soll in bis zu 60 Modellkommunen erprobt werden, ob die Beratung für Pflegebedürftige besser wird, wenn verschiedene Angebote eng miteinander vernetzt werden und die Beratung zu Leistungen der Pflegekassen von kommunalen Stellen erbracht wird.

Der Bundestag soll in den kommenden Wochen das zweite Pflegestärkungsgesetz beschließen, das insbesondere mehr Leistungen für Demenzkranke und ihre Angehörigen bereitstellt. Bereits Anfang Januar war eine erste Reform der Pflege­versicherung mit besseren Leistungen für Angehörige in Kraft getreten.

Anzeige

Prävention und Rehabilitation in allen Lebensphasen
Der CDU-Politiker sprach sich zugleich für eine Stärkung der gesundheitlichen Vorbeugung und Rehabilitation in allen Lebensphasen aus. Sie sollten nicht nur der Stärkung der Arbeitsfähigkeit dienen, sondern auch älteren Menschen mehr Lebensqualität ermöglichen.

Große Hoffnungen setzt der Ge­sund­heits­mi­nis­ter auch auf eine Digitalisierung der Medizin. Mit dem derzeit im Bundestag beratenen E-Health-Gesetz solle eine flächendeckende Infrastruktur für die elektronische Übermittlung medizinischer Informationen vorangetrieben werden. Zentral dafür sei die elektronische Gesund­heitskarte, über die Ärzte etwa nach einem Unfall künftig wichtige Notfalldaten direkt abrufen könnten.

Telemedizin kann beschwerliche Wege sparen
Auch vom Ausbau der Telemedizin könnten die Menschen außerhalb der Ballungs­zentren massiv profitieren: „Der beschwerliche Weg in die hochspezialisierte Uni-Klinik ist nicht mehr nötig, wenn das regionale Krankenhaus vernetzt ist“, sagte Gröhe. Über das Internet könnte dann auch das ländliche Krankenhaus vom hochspezialisierten Expertenwissen profitieren.

Der Minister hob die Bedeutung der Städte und Gemeinden für die Lebensbedingungen der Menschen hervor. „Ob Flüchtlinge, alte Menschen oder Behinderte das Gefühl haben, dazuzugehören oder nicht dazuzugehören, das entscheidet sich im Alltag vor Ort“, sagte er. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

8. August 2018
Duisburg – Die Pflegeversicherung muss einen sprunghaften Anstieg der Leistungsempfänger verkraften. Die Zahl kletterte 2017 um 553.000 und damit 20 Prozent auf 3,3 Millionen Bezieher, wie aus einer
Ausgaben der Pflegeversicherung sprunghaft angestiegen
23. Juli 2018
Berlin/Düsseldorf – Die Beiträge zur Pflegeversicherung könnten im kommenden Jahr deutlich stärker steigen als bisher angekündigt. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) schloss nicht aus, dass
Höhere Beiträge für Pflegeversicherung unumgänglich
18. Juli 2018
Passau – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will im Kampf gegen den Pflegenotstand auch mehr Nichtpflegefachkräfte einsetzen und dies von der Pflegeversicherung bezahlen lassen. „Wir wollen
Spahn will Leistungen aus Pflegeversicherung für Betreuungsdienste öffnen
28. Juni 2018
Potsdam – Brandenburg startet eine Bundesratsinitiative für bezahlbare Pflege. Vorgestern billigte das Kabinett in Potsdam einen entsprechenden Antrag von Sozialministerin Diana Golze (Linke). Er
Brandenburg startet Bundesratsinitiative für Pflegevollversicherung
13. Juni 2018
Berlin – Der Beitrag zur Pflegeversicherung soll zum 1. Januar 2019 um 0,3 Prozentpunkte steigen. Das erklärte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) heute in Berlin. Der Grund dafür sei ein
Beitrag zur Pflegeversicherung soll ab 2019 um 0,3 Prozentpunkte steigen
11. Juni 2018
Berlin – Der neue Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert eine grundlegende Finanzreform der gesetzlichen Pflegeversicherung. „Ohne mehr Geld geht es nicht, wenn wir den
Westerfellhaus schlägt Pflegebeiträge auf Kapitaleinkünfte vor
6. Juni 2018
Berlin – Die von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) angekündigte Erhöhung des Beitragssatzes für die Pflegeversicherung um 0,2 Prozentpunkte ist aus Sicht des GKV-Spitzenverbands
NEWSLETTER