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Ärzteschaft

Ärztezuwachs in Bayern kann Versorgungslücken nicht schließen

Freitag, 23. Oktober 2015

München/Deggendorf –  Derzeit praktizieren in Bayern 60.184 Ärzte. Das sind rund 1.200 (21 Prozent) mehr als noch im vergangenen Jahr. 18.693 der insgesamt 79.115 bayerischen Mediziner arbeiten nicht als Arzt oder sind bereits im Ruhestand. Das geht aus der Jahresbilanz der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer (BLÄK) hervor. Demnach waren 32,8 Prozent der Ärzte in einer Praxis sowie 36,6 Prozent im stationären Bereich tätig.

Trotz der positiven Entwicklung der Zahlen sieht die BLÄK in Sachen Ärztemangel jedoch keinen Grund zur Entwarnung: „Der Zuwachs führt nicht automatisch zu einer Erhöhung der Versorgungsdichte, sondern muss differenziert betrachtet werden“, unterstich BLÄK-Präsident Max Kaplan heute auf dem 74. Bayerischen Ärztetag in Deggendorf.

So entscheiden sich inzwischen immer mehr Mediziner entscheiden sich gegen eine Vollzeittätigkeit. Während laut Statistischen Bundesamt 2001 bundesweit rund 31.000 Ärzte in Teilzeit arbeiteten, taten dies zehn Jahre später bereits 54.000 Mediziner. Gleichzeitig steige aufgrund der demografischen Entwicklung sowie des medizinisch-technischen Fortschritt die Behandlungsintensität der Patienten. Landesweit könne nach wie vor jede Woche eine freiwerdende Hausarzt-Stelle nicht nachbesetzt werden, bei den Fachärzten zeichne sich eine ähnliche Entwicklung ab. Derzeit gebe es allein in Bayern ca. 1.000 offene Stellen im stationären Bereich, so Kaplan.

„Unsere Antwort auf den Ärztemangel lautet: Kooperation und Delegation“, sagte der BLÄK-Chef. Schließlich seien die rechtlichen Rahmenbedingungen für moderne Versorgungsformen mittlerweile recht flexibel. Wo früher der niedergelassene Arzt in seiner Einzelpraxis die Regel war, gebe es heute ganz unterschiedliche Praxisformen und Möglichkeiten der Kooperation. Die Zukunft liegt seiner Ansicht nach.“

Die Zukunft liegt für Kaplan dementsprechend insbesondere in innovativen Versor­gungskonzepten sowie der Kooperation. Die Abschaffung der Residenzpflicht und die Zulassung der Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung (PartGmbB) durch den Verordnungsgeber seien hierbei wichtige Schritte gewesen. © hil/aerzteblatt.de

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nocure
am Samstag, 24. Oktober 2015, 22:47

21% ?

1.200 von 60K Ärzten sind über 20%? Verstehe ich nicht die Statistik. Oder sollten etwa die 1.200 21% neuen Ärzte, mehr als die neuen im letzten Jahr, ohne die Bezugsgröße der Gesamtheit der Ärzte?

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