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Medizin

Präeklampsie zeigt erhöhtes Risiko von Herzfehlern an

Freitag, 23. Oktober 2015

dpa

Montreal – Kinder von Frauen, deren Schwangerschaft durch eine Präeklampsie kompliziert wurde, werden laut einer Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2015; 314: 1588-1598) häufiger mit Herzfehlern geboren.

Eine Verbindung zwischen Präeklampsie und Herzfehlern wurde bisher nicht vermutet, da Fehlbildungen meist in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft, der Phase der Embryogenese, angelegt werden, während die Präeklampsie selten vor der 20. Ges­tationswoche diagnostiziert wird. In den letzten Jahren wurden jedoch Ähnlichkeiten in der Pathogenese entdeckt.

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Die gleichen Biomarker, die in der Plazenta die Bildung der Spiralarterien hemmen (die vermutete Ursache der Präeklampsie), können die normale Entwicklung des Herz­muskels stören. Zu den gemeinsamen Nennern gehören eine Überexpression von „löslichem Endoglin" oder des „fms-ähnlichen Tyrosinkinase 1“ relativ zum angiogenen Plazentawachstumsfaktor und zum vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor.

Ein Team um Nathalie Auger von der Universität Montreal hat hierzu Patientendaten aus allen Kliniken des Bundesstaates Quebec ausgewertet. Tatsächlich wurde bei Kindern von Frauen, die an einer Präeklampsie erkrankten, später häufiger ein Herzfehler gefunden. Von 1,9 Millionen Neugeborenen aus dem Zeitraum 1989 bis 2012 wurde bei 16.077 ein Herzfehler diagnostiziert. Dies ergibt eine Prävalenz von 8,9 pro 1.000 Kinder. Von den 72.782 Schwangeren mit Präeklampsie bekamen 90 ein Kind mit Herzfehler. Die Prävalenz betrug hier 16,7 pro 1.000 Kinder und war damit signifikant höher als bei den 1,89 Millionen Frauen ohne Präeklampsie. Dort kamen 1.414 Kindern mit Herzfehlern zur Welt, was einer Prävalenz von 8,6 auf 1.000 Kinder entspricht. 

Am häufigsten waren Herzfehler bei Kindern von Frauen, bei denen bereits vor der 34. Gestationswoche eine Präeklampsie diagnostiziert wurde. Den größten Anstieg verzeichnete Auger in der Gruppe der leichten Herzfehler, die zumeist nicht operativ korrigiert werden müssen. © rme/aerzteblatt.de

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