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Medizin

Botox wirkt antiarrhythmogen nach Bypass-OP

Montag, 26. Oktober 2015

Rochester – Die Injektion von Botulinumtoxin in das epikardiale Fettgewebe könnte das Auftreten von Tachyarrhythmien nach Bypass-Operationen verhindern. Forscher der University of Rochester um Jonathan Steinberg testeten den Effekt des Nervengifts in einer klinisch randomisierten Studie und berichten über die Ergebnisse in Circulation: Arrhythmia and Electrophysiology (doi:10.1161/CIRCEP.115.003199 ).

Die Anlage koronarer Bypässe kann in der postoperativen Phase das Herz aus dem Takt bringen. Supraventrikuläre Tachyarrhythmien gehören dabei zu den häufigsten Komplikationen nach dem Eingriff. Die Forscher berichten, dass bis zu einem Drittel aller Patienten hiervon betroffen ist.

Therapeutisch kommen in der Regel Betablocker infrage. Im Tierexperiment konnte eine koreanische Arbeitsgruppe auch einen Nutzen für Botulinumtoxin feststellen (doi: 10.1161/CIRCEP.111.961854). Applizierten sie das Nervengift in das epikardiale Fettgewebe von Hunden, nahm die Anfälligkeit für atriale Rhythmusstörungen deutlich ab. Das epikardiale Fettgewebe umgibt die Koronararterien und enthält kardiale Nerven.

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In der Botox-Gruppe kam es nach 30 Tagen in zwei Fällen (sieben Prozent) zu atrialen Rhythmusstörungen, während in der Kontrollgruppe bei neun Patienten (30 Prozent) Rhythmusstörungen auftraten. Ein Jahr nach der Operationen traten in der Experimental­gruppe keine weiteren Arrhythmien auf, gegenüber sieben Fällen in der Kontrollgruppe. Komplikationen traten durch das Botox nicht auf.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Botoxinjektion eine wirksame und sichere Möglichkeit ist, postoperative Arrhythmien zu verhindern. Sie möchten nun weiter untersuchen, ob sich das Verfahren als Standardprozedur bei der Anlage kardialer Bypässe eignen könnte.

© hil/aerzteblatt.de

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