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Medizin

US-Studie: Demenz teurer als Krebs oder Herzkrankheiten

Mittwoch, 28. Oktober 2015

New York – Herzerkrankungen und Krebs erfordern den Einsatz von komplizierten Therapien und kostspieligen Medikamenten. Doch die Demenz, für die es keine effektive medizinische Therapie gibt, ist laut einer Studie in den Annals of Internal Medicine (2015; doi: 10.7326/M15-0381) in den letzten fünf Lebensjahren mit den höchsten Behandlung- und Betreuungskosten verbunden.

Die Studie basiert auf den Daten der Health and Retirement Study, einer Stichprobe von 20.000 US-Amerikanern, die seit dem 50. Lebensjahr alle zwei Jahre befragt werden. Dabei werden auch die Kosten ermittelt, die durch medizinische Behandlungen oder Pflegeeinrichtungen anfallen, einschließlich aller Ausgaben, die die Patienten oder ihre Familien aus eigener Kasse bezahlen müssen.

Amy Kelley vom Mount Sinai Hospital in New York stellte die „sozialen“ Gesamtkosten der Betreuung von 1.702 inzwischen verstorbenen Teilnehmern aus den letzten fünf Lebensjahren zusammen. Sie beinhalten nicht nur die Ausgaben für medizinische Behandlungen, sondern im weitesten Sinne auch die Pflegekosten. Kelley verglich dabei Menschen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit an einer Demenz litten, mit Personen, die an Herzerkrankungen, Krebs oder an anderen Erkrankungen gestorben sind.

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Da viele Demenz-Patienten über den ganzen 5-Jahreszeitraum betreut werden mussten, waren die Gesamtausgaben höher als bei den Herz- oder den Krebskranken, die in der Regel kürzere Zeiten in Kliniken verbringen oder ambulant behandelt werden, zwischenzeitig aber ihre Selbständigkeit behalten. Unter dem Strich fielen für die Betreuung von Demenzpatienten über die letzten Lebensjahre 287.038 US-Dollar an, für Herzkranke betrugen die Kosten 175.136 US-Dollar und für Krebspatienten 173.383 US-Dollar.

Da Medicaid, die staatliche Krankenversorgung für Senioren, im Prinzip nur die medizinischen Behandlungskosten trägt, nicht aber die Ausgaben für die Pflege, mussten die Angehörigen der Demenz-Patienten im Durchschnitt 61.522 US-Dollar aus eigener Tasche bezahlen, 81 Prozent mehr als bei nicht-dezenten Patienten. © rme/aerzteblatt.de

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