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Politik

Keine Weiterverwendung nicht verbrauchter Arzneimittel

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Berlin – Ärzte dürfen übriggebliebene Arzneimittel von verstorbenen Heimpatienten nicht an anderen Patiente weiterreichen. Das hat die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen klargestellt. Zuvor hatte der Diözesan-Caritasverband Köln kritisiert, das Hospize gesetzlich dazu verpflichtet seien, Medikamente verstorbener Patienten komplett zu vernichten. Er forderte, sollten Ärzte unverbrauchte und ungeöffnete Medikamente weiter verordnen dürfen.

Die Bundesregierung weist in ihrer Antwort auf die „klare Aufgabenteilung zwischen Ärzten und Apothekern“ hinsichtlich der Arzneimittelversorgung hin. Die Ärzte seien verantwortlich für die Diagnose und Therapie einschließlich der gegebenenfalls erforderlichen Verschreibung von Arzneimitteln. Den Apotheken obliege „die im öffentlichen Interesse gebotene Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Arzneimittel­versorgung der Bevölkerung“, heißt es in der Antwort.

Die weitaus meisten Arzneimittel unterlägen der Apothekenpflicht. Die Abgabe dieser Arzneimittel sei grundsätzlich den Apotheken vorbehalten. Ein ärztliches Dispensierrecht sowie die Errichtung einer ärztlichen Hausapotheke seien nicht vorgesehen. Dies gelte auch für ärztlich verantwortete Arzneimittelvorräte in Heimen.

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Die bestehenden Regelungen dienen laut der Bundesregierung der Arzneimittel­sicherheit und sollen eine qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung durch Apotheken sicherstellen.

„Die Bundesregierung geht im Verhältnis zu den Gesamtausgaben für die Arzneimittel­versorgung nicht von einem relevanten Einsparpotential aus, das die Aufgabe bewährter Prinzipien der Arzneimittelversorgung rechtfertigen würde“, so das Fazit der Bundesregierung.­ © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Mittwoch, 4. November 2015, 01:57

ein großer Teil

dieser Arzneivernichtung ließe sich vermeiden, wenn die Heimleitungen die blödsinnige Marotte aufgeben würden, schon bei Anbruch einer N3-Packung sofort die nächste Packung bestellen zu lassen - und mehr Ärzte ihren MfA erlauben würden, solche "Vorratsbestellungen" nach einem Blick in die EDV zurückzuweisen.
Ich stelle keine Verordnungen mehr aus, wenn der Vorrat noch für 2 Wochen oder mehr reichen müßte - und es wird (grummelnd!) mittlerweile akzeptiert.
Avatar #107281
gerngesund
am Sonntag, 1. November 2015, 22:35

So einen Quatsch gibt es auch nur in Deutschland

Und leiden müssen die Schmerz- und Palliativpatienten, denen die entsprechenden Medikamente nicht schnell genug besorgt werden können.

Wenn es um Lebensmittel geht, gibt es zurecht inzwischen breite Initiativen zur Vermeidung von unnötiger Vernichtung. Es wird Zeit für eine entsprechende Initiative im medizinischen Bereich.
Unterstellt man wirklich den Heimen, Medikamente unsachgemäß zu lagern?
Dann müssten die Aptheken demnächst nur noch Einzelpackungen abgeben. Am besten tagesaktuell. Schilda lässt grüßen.
Avatar #114761
Simplicissimus
am Donnerstag, 29. Oktober 2015, 23:56

Ein Schelm, der da an Lobbyismus denkt

Da hat also ein Arzt einem Patienten, der Heiminsasse (hübsches Wort!) ist, ein Medikament verschrieben, das nach dessen Tod ungeöffnet und vor Ablaufdatum diesen Patienten überlebt.
Dieses Medikament wird vernichtet, damit die Apotheke genau das gleiche Medikament wieder zur Verfügung stellt.
Eujeujeu!
LNS

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