Politik

Grippe: Impfraten stagnieren auf niedrigem Niveau

Dienstag, 3. November 2015

Berlin – Nach dem seit 2009 anhaltenden Abwärtstrend haben sich die Influenza-Impfraten in der Grippesaison 2013/2014 bundesweit leicht stabilisiert. Das haben Wissenschaftler des Versorgungsatlas heute mitgeteilt. Der Versorgungsatlas ist ein Projekt des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi).

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Demnach ist die bundesweite Impfrate seit 2009 zwar von damals 47 Prozent auf 38 Prozent (2013/2014) gesunken, hat sich im Vergleich zur Saison 2012/2013 (37 Prozent) aber weitestgehend stabilisiert. In einigen Regionen ist die Zahl der Grippeimpfungen sogar leicht gestiegen. Trotzdem wird die von der Weltgesund­heitsorganisation WHO und der Europäischen Kommission empfohlene Durch­impfungsrate von 75 Prozent bei den über 60-Jährigen bundesweit auch weiterhin nur etwa zur Hälfte erreicht.

Vor allem im Westen Deutschlands verzeichnet der Versorgungsatlas anhaltende Impfmüdigkeit. Während sich in den neuen Bundesländern 2012/2013 mehr als jeder zweite der über 60jährigen (54 Prozent) gegen Grippe impfen ließ, setzte im Westen gerade einmal ein Drittel (33 Prozent) dieser Altersgruppe auf die Schutzimpfung. Die niedrigsten Impfraten fanden sich dabei in Baden-Württemberg und Bayern. „Krankenkassen, Ärzte und der Öffentliche Gesundheitsdienst sollten gemeinsam zielgerichtete Maßnahmen ergreifen, um die Impfraten deutlich zu verbessern“, mahnte Versorgungsatlas-Leiter Jörg Bätzing-Feigenbaum. Er appellierte an die Bürger, sich noch vor Jahresende impfen zu lassen.

Jährlich sterben weltweit bis zu 500.000 Menschen an der Influenza, allein in Deutschland zwischen 5.000 bis 10000. Besonders Ältere und chronisch kranke Patienten sind überdurchschnittlich häufig betroffen. Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt darum Älteren sowie chronisch kranken Patienten und medizinischem Personal eine jährliche Influenza-Impfung. © hil/aerzteblatt.de

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