NewsPolitikPolitik will Morbi-RSA zunächst nicht reformieren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Politik will Morbi-RSA zunächst nicht reformieren

Mittwoch, 4. November 2015

Berlin – Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) will den morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleich (Morbi-RSA) aktuell nicht reformieren. Das sagte der Staats­sekretär im BMG, Lutz Stroppe, heute auf der 20. Handelsblatt Jahrestagung „Health 2015“ in Berlin. Seit langem kritisiert unter anderem der Freistaat Bayern, dass mit dem Morbi-RSA die Versichertengelder zwischen den Krankenkassen nicht gerecht verteilt würden.

Unfaire und intransparente Verteilung
Denn zum Beispiel aus Bayern flössen zu viele Versichertengelder in andere Bundes­länder ab. Auch zahlreiche Krankenkassen bezeichnen die Verteilung der Gelder als unfair und intransparent. Unfair sei in der Folge auch, dass manche Krankenkassen, die vom Morbi-RSA profitierten, niedrigere Zusatzbeiträge nehmen könnten, während andere ihre Zusatzbeiträge erhöhen müssten.

Anzeige

„Die Höhe des Zusatzbeitrages ist heute kein Ausdruck von Leistung, Kunden­orientierung und Wirtschaftlichkeit einer Krankenkasse“, sagte zum Beispiel Gertrud Demmler, Vorstand der Siemens-Betriebskrankenkasse. Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen führe derzeit nicht dazu, „dass die besten reüssieren, sondern die­jenigen, die zufällig vom Subventionssystem des Morbi-RSA profitieren“. Demmler forderte mehr Transparenz bei der Verteilung der Gelder. Zudem sprach sie sich für Regionalzuschläge aus. Schließlich seien Krankenhausleistungen in manchen Regionen ja auch teurer als in anderen.

Krankenkassen sollten Beiträge regionalisieren können
Auch der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem dachte in diese Richtung. „Wenn man wirklich einen fairen Wettbewerb will, müsste man den Krankenkassen erlauben, ihre Beiträge zu regionalisieren“, meinte er. Der Forderung Bayerns nach einem Umbau des sogenannten Finanzkraftausgleichs zwischen den einzelnen Bundesländern erteilte er jedoch eine Absage:  „Einer der wesentlichen Komponenten des Morbi-RSA ist der vollkommene Finanzkraftausgleich.“ Man dürfe nicht wieder dahin kommen,  dass Krankenkassen deshalb besser dastünden, weil ihre Versicherte besser verdienten.

Einem Bericht des Handelsblatts zufolge hat eine Initiative aus verschiedenen Kranken­kassen nun drei Gutachten in Auftrag gegeben, mit denen sie die Ungerechtigkeiten im Morbi-RSA benennen will. Staatssekretär Stroppe erklärte, das BMG werde zunächst einmal die Ergebnisse dieser Gutachten abwarten und danach eine Reform des Morbi-RSA prüfen.  © fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Oktober 2019
München – Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin hat darauf gedrängt, dass der Bund zügig die regionalen Fehlverteilungen beim Wettbewerb der Krankenkassen abbaut. Eine rasche und nachhaltige Reform des
Bayern wünscht sich mehr Fairness beim Kassenwettbewerb
4. Oktober 2019
Gütersloh/Berlin – Für eine Neugestaltung der Finanzierung von gesetzlich und privat Versicherten plädiert die Bertelsmann-Stiftung im Rahmen einer von ihr in Auftrag gegebenen Studie. Autoren der
Neuer Vorstoß zum Angleich der Honorarsysteme für gesetzlich und privat Versicherte
2. Oktober 2019
Berlin – Neuer Name und wesentlicher Inhalt gestrichen: Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat eine veränderte Version des Faire-Kassenwahl-Gesetzes (FKG) vorgelegt, das künftig
Spahn sagt AOK-Öffnung ab und will Morbi-RSA reformieren
26. September 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat vor Vertretern des GKV-Spitzenverbandes Änderungen bei seinen Umbauplänen des Verwaltungsrates angedeutet. Der Minister, der zu einer
Spahn deutet Änderungen bei Kassenreform an
25. September 2019
Berlin – Die im Faire-Kassenwahl-Gesetz (FKG) geplante Öffnung der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) ist offenbar vom Tisch. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unions-Fraktion, Karin Maag,
Faire-Kassenwahl-Gesetz: Öffnung der Ortskrankenkassen offenbar vom Tisch
24. September 2019
Berlin – Das Nebeneinander der gesetzlichen (GKV) und privaten (PKV) Kran­ken­ver­siche­rung wird von Gesundheits- und Rechtsexperten nach wie vor unterschiedlich bewertet. Das zeigte sich gestern in
Grundsatzstreit über gesetzliche und private Kran­ken­ver­siche­rung
20. September 2019
Mainz – Menschen ohne Kran­ken­ver­siche­rung in Rheinland-Pfalz können sich künftig an eine Clearingstelle wenden. Die Clearingstelle bietet individuelle Beratungsgespräche in verschiedenen Sprachen an,
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

  • Senegal | Naturfreund | 22.10.19 22:28 | Politik
  • @Mitdenker | fette67 | 22.10.19 22:24 | Vermischtes
  • Diktatur | Naturfreund | 22.10.19 22:17 | Politik
  • @Gerich | fette67 | 22.10.19 22:11 | Vermischtes
  • Impfwahn | Naturfreund | 22.10.19 21:16 | Ausland

Archiv

NEWSLETTER