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Politik

Betreuung in profitorientierten Pflegeheimen oft schlechter

Freitag, 6. November 2015

dpa

Witten – Die Pflegequalität ist in profitorientierten Pflegeheimen in Deutschland schlechter als in nicht-profitorientierten Einrichtungen. Das berichtet eine Forscher­gruppe um den Gesundheitssystemforscher Max Geraedts vom Institut für Gesundheitssystemforschung der Universität Witten/Herdecke. Ihre Ergebnisse sind in der Zeitschrift Aging International erschienen (doi 10.1007/s12126-015-9227-1).

Für die Studie haben die Autoren die Daten der gesetzlich festgelegten Qualitätsprüfung des medizinischen Dienstes von mehr als 10.000 Altenheimen der Jahre 2011 und 2012 ausgewertet. Diese Qualitätsprüfung stützt sich auf die Bewertungskriterien des medizi­nischen Dienstes der Kran­ken­ver­siche­rung und damit auf eine Checkliste mit 82 Punk­ten. 35 von ihnen beziehen sich auf die Pflege und die medizinische Versorgung, zehn auf den Umgang mit demenzkranken Bewohnern, zehn auf soziale Betreuung und Alltagsgestaltung, neun auf die Bereiche Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene und 18 auf Befragungen der Bewohner. In die Studie haben die Autoren aus methodischen Gründen aber nicht alle 82 Punkte der Bewertung einbezogen.

Besonders im unteren Preissegment schneiden die profitorientierten Heime danach schlechter ab als die nicht-profitorientierten. Im obersten Preissegment unterscheiden sich die Pflegeheime dagegen kaum noch nach ihrer Profitorientierung. „Wir haben in der Studie statistische Werte verglichen, wir behaupten nicht, dass die Unterschiede in der Pflege durch die Profitorientierung entstehen“, betont Geraedts.

Ein Teil der Unterschiede lasse sich dadurch erklären, dass privat betriebene Pflegeheime durchschnittlich geringere Preise verlangten und die Qualität der Pflegeheime eben sehr deutlich mit deren Preis zusammenhänge. Die Forscher empfehlen: „Insbesondere bei profitorientierten Pflegeheimen lohnt es sich, ein Pflegeheim auszuwählen, das einer höheren Preiskategorie angehört!“ Dagegen spiele bei nicht-profitorientierten Pflegeheimen der Preis der Einrichtung nur eine untergeordnete Rolle. Hier seien schon in der untersten Preiskategorie viele Pflegeheime zu finden, die eine Qualität auf höchstem Niveau böten.

Die Forscher empfehlen, in Deutschland Angaben zur Profitorientierung der Einrichtung zwingend vorzuschreiben. © hil/aerzteblatt.de

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TomKap2015
am Sonntag, 8. November 2015, 20:33

Trägerschaft = Profitorientierung vielleicht etwas einfach gedacht

Das eine Unterscheidung von Altenpflegeeinrichtungen in "profit- bzw. non-profit-Organisationen" anhand der Trägerschaft festgelegt werden kann, ist nach meiner Erfahrung eine doch recht gewagte Ausgangsthese der Studie. Rein betriebswirtschaftlich betrachtet, muss jede Pflegeeinrichtung zumindest mittelfristig ausreichende Erlöse erwirtschaften, um laufende Kosten für Personal, Sachmittel und mindestens Ersatzinvestitionen (Ersatzbeschaffungen) finanzieren zu können. Dieser ökonomische Druck dürfte trägerübergreifend im stationären Pflegesektor existieren. Aus meiner beruflichen Erfahrungen als neutraler, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Wirtschaftlichkeitsermittlung des Betriebs von Kliniken und Altenpflegeeinrichtungen wäre es sehr wünschenswert, wenn es überhaupt eine stringente Korrelation zwischen Pflegevergütungen, Pflegequalität und Profit geben würde. Vielleicht wäre es dann so, wie es der Konsument aus anderen Wirtschaftsbereichen gewöhnt ist: Hohe Preise verheißen zumindest eine entsprechende Qualität. Anhand vieler empirischer Daten waren eindeutige Korrelationen bisher für mich nicht zu entdecken. Es sei den Studienautoren empfohlen, die Daten der Jahresabschlüsse der untersuchten Pflegeheime mit den Qualitätsdaten abzugleichen. Dieses ist aber nicht immer möglich. So bleibt es leider bei unklaren "Profit"-Definitionen und statischer Fleissarbeit. Es entstehen keine Antworten, die ihr Frage noch suchen müssen.
„Wir haben in der Studie statistische Werte verglichen, wir behaupten nicht, dass die Unterschiede in der Pflege durch die Profitorientierung entstehen“..., nice, aber was soll das Ganze dann?

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