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Ärzteschaft

Wie sich Hausärzte für den Landarztberuf begeistern lassen

Donnerstag, 5. November 2015

München – „Allgemeinmediziner – wie bekommt man sie aufs Land“ war das Thema einer Podiumsdiskussion im oberpfälzischen Berngau zu der die Gemeinde Berngau, der Bayerische Gemeindetag Kreisverband Neumarkt, das Sozialwissenschaftliche Institut für regionale Entwicklung und die „Schule der Dorf- und Landentwicklung“ geladen hatten. Ingrid Schwarz-Aldorf, oberpfälzische Bezirksdelegierte des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV) berichtet darüber im Newsletter des Verbandes.

Die ernüchternde Antwort war: „Schwer oder gar nicht, wenn sie in der Stadt aufge­wachsen sind und das Land(arzt)leben nie kennengelernt haben!“ Die Vertreter junger Allgemeinmediziner auf dem Podium plädierten deshalb dafür, Medizin­studierende schon frühzeitig mit der Tätigkeit als Landarzt in Berührung zu bringen, zum Beispiel durch Famulaturen in Landarztpraxen.

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Einen Grund für den Hausärztemangel sahen die jungen Allgemeinmediziner auf dem Podium im schlechten Image, das dem Beruf des Hausarztes nach wie vor anhafte. In den Unikliniken werde immer noch auf die Allgemeinmedizin herabgesehen, so ihr Eindruck. Schwarz-Aldorf bestätigt das: „Viele Krankenhausärzte haben ein völlig verzerrtes Bild vom Hausarzt und sehen gar nicht, wie anspruchsvoll die Hausarztmedizin ist, gerade auch angesichts der demographischen Entwicklung“, betont sie in ihrem Newsletter-Beitrag.

Wichtig sei außerdem eine stärkere Präsenz der Allgemeinmedizin an den Universitäten und eine praktischere Ausbildung der Medizinstudierenden zum Beispiel in kleineren Krankenhäusern. „Aber auch die Gemeinden sind gefordert, um jungen Ärzten die Berufswahl des Hausarztes attraktiv zu machen“, gibt Schwarz-Aldorf ein Fazit der Podiumsdiskussion wieder.

© hil/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #79783
Practicus
am Montag, 9. November 2015, 02:03

Die so ausgewählten

Studenten müssten dann allerdings auch den Weg in die Allgemeinmedizin eischlagen wollen! Das ist schwierig, wenn man sich die herablassende Missachtung der universitären Kliniken gegenüber den hausärztlichen Dösbaddeln während des gesamten Studiums und der klinischen Weiterbildung anschaut... Zusammen mit dem recht bequemen fachärztlichen Arbeitsalltag samt Ansehen und Einkommen sind das gewichtige Argumente, die gegen ein Hausarzt- und noch mehr gegen ein Landarztleben sprechen. Der Landarzt ist nämlich nicht der heroische Arzt, der bei Wind und Wetter seine Patienten in Einödhöfen versorgt, sondern der Kassendepp, der rund um die Uhr im Dienst ist - ob er er dran ist oder nicht - und gefälligst alle an ihn herangetragenen Wünsche zu erfüllen hat... "nein Herr Doktor, heute geht der Besuch bei der Oma nicht, die ist beim Internisten in der Stadt..."
Warum sollen Ärzte wohnen und arbeiten, wo man für jeden Bleistift und jede Briefmarke ins nächste Mittelzentrum fährt und der Schulweg der Kinder mit dem Bus zwei Stunden dauert...
Avatar #108046
Mathilda
am Freitag, 6. November 2015, 15:16

Der Fehler liegt in der Auswahl der Medizin-Studenten

Zitat: "Die ernüchternde Antwort war: „Schwer oder gar nicht, wenn sie in der Stadt aufge­wachsen sind und das Land(arzt)leben nie kennengelernt haben!“ Die Vertreter junger Allgemeinmediziner auf dem Podium plädierten deshalb dafür, Medizin­studierende schon frühzeitig mit der Tätigkeit als Landarzt in Berührung zu bringen, zum Beispiel durch Famulaturen in Landarztpraxen."
Die Antwort muss lauten, in Gymnasien in ländlichen Regionen gezielt Mediziner-Nachwuchs zu suchen und diesen Abiturienten dann auch die Chance auf ein Medizin-Studium zu geben. Die Auswahl über den reinen Zensurendurchschnitt ist einfach unsinnig. Es muss erfragt werden, warum der junge Mensch Medizin studieren will, was er mit dem Studium dann konkret arbeiten möchte. Warum werden nicht regional anteilmäßig genau so viele Abiturienten für ein Medizinstudium zugelassen, wie in absehbarer Zeit an Ärzten fehlen werden? Also aus überversorgten Gebieten nur sehr wenige, aus unterversorgten (also gerade aus ländlichen) Gebieten eben mehr Studierende?
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