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Nutzen bestimmter Biomarker bei Brustkrebs weiter unklar

Dienstag, 10. November 2015

Köln – Der Nutzen bestimmter Biomarker bei der Entscheidung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie bei Brustkrebs ist unklar. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Eine adjuvante Chemotherapie nach einer erfolgreichen Primäroperation soll mögliche Mikrometastasen ausschalten und so ein Rezidiv verhindern. Etwa 80 Prozent der Betroffenen erleiden aber auch ohne eine solche Chemotherapie in zehn Jahren kein Rezidiv. Anhand etablierter Faktoren wie Alter, Lymphknotenstatus und Grading allein lässt sich die relativ kleine Gruppe der Patientinnen, die von der Chemotherapie profitieren, nicht sicher bestimmen. Von Biomarkern erhofft man sich sichere Aussagen zum differenziellen Nutzen einer solchen Zusatztherapie.

Das IQWiG hat den Nutzen dieser Tests für Frauen mit primärem Hormonrezeptor-positivem, HER2/neu-negativem Mammakarzinom und bis zu drei befallenen Lymphknoten untersucht. Den Bewertungsauftrag hatte der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G‑BA) dem IQWiG im April 2014 erteilt. Es geht dabei um die Therapieentscheidung für Frauen, bei denen bisher unklar ist, ob sie überhaupt ein Rezidiv erleiden würden beziehungsweise ob ihr Krebs auf die Chemotherapie ansprechen würde.

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Wenn das nicht der Fall ist, ist eine adjuvante Chemotherapie eine unnötige Belastung. Offen ist das bei Patientinnen mit primärem Hormonrezeptor-positivem, HER2/neu-negativem Mammakarzinom, bei denen höchstens drei Lymphknoten befallen sind. Für andere Patientinnen, etwa solche mit HER2/neu-positivem Mammakarzinom oder Fernmetastasen, stellt sich diese Frage nicht.

Die IQWiG-Wissenschaftler haben vier Studien in ihren Vorbericht einbezogen. Die Daten aus drei von ihnen sind aber laut den Kölner Wissenschaftlern so unvollständig, dass sie nicht verwendet werden können. Die vierte Studie allein reiche zur Beant­wortung der Fragestellung nicht aus. Im jetzt erschienenen Vorbericht kann das Institut daher keinen Nutzen für das diagnostische Verfahren feststellen.

„Dafür, dass die Hersteller seit Jahren mit großem Aufwand die Werbetrommel für ihre Biomarker-Tests rühren und bei den betroffenen Frauen große Hoffnungen wecken, ist die Datenlage erstaunlich dünn“, sagte Stefan Lange, der stellvertretender Leiter des IQWiG.

Anfang 2016 werden jedoch die Ergebnisse dreier weiterer relevanter Studien erwartet, die im Abschlussbericht berücksichtigt werden könnten.

Interessierte Personen und Institutionen können bis zum 8. Dezember schriftliche Stellungnahmen zu dem jetzt erschienenen Vorbericht abgeben.

© hil/aerzteblatt.de

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