NewsPolitikCDU-Sprecherin sagt Gespräche mit KBV ab
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

CDU-Sprecherin sagt Gespräche mit KBV ab

Dienstag, 10. November 2015

Berlin – Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion, Maria Michalk, hat mit scharfen Worten einen Termin mit der Kassenärztlichen Bundes­vereinigung (KBV) per Brief kurzfristig abgesagt. In dem Schreiben, das dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt, erklärt Michalk, sie habe „mit Verwunderung“ die Pressemitteilung der KBV zum Krankenhausstrukturgesetz zur Kenntnis genommen.

Sie bezeichnete die Aussagen zum Gesetz und den unter Ärzteverbänden umstrittenen Portalpraxen als „Falschaussagen“ und „direkte Verleumdung der Gesundheitspolitik der großen Koalition“. Daher sehe sie keine Grundlage für „konstruktive Gespräche“. Denn anders als in den Mitteilungen der KBV behauptet, sei „uns dabei ein besonderes Anliegen, dass der Sicherstellungsauftrag bei den Kassenärztlichen Vereinigungen bleibt“, schreibt Michalk.

„Ihre Forderung, dringend Regelungen zur Patientensteuerung einzuführen, empfinde ich als Farce, da wir insbesondere auf Drängen der Ärzte in der Vergangenheit funktionierende Steuerungsinstrumente wie die Praxisgebühr abgeschafft haben“, so Michalk weiter.

Anzeige

Die KBV sowie andere Ärzteverbände hatten in den vergangenen Wochen die Regierungspläne zur Neuregelung im Notdienst sowie zu Portalpraxen scharf kritisiert. In einem gemeinsamen Brief der KBV-Spitze und der Vertreter der 17 Kassen­ärztlichen Vereinigungen (KVen) an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) warben sie für „klare Spielregeln“ zwischen ambulanter und stationärer Notfallver­sorgung und warnen vor einem Anstieg der Krankenhausfälle. Denn: „Eine weitere Zunahme erzeugt unnötige Kosten durch vermeidbare Krankenhausfälle und darf nicht zugelassen werden.“

Die KBV bereitet nach Informationen des Ärzteblattes ein Antwortschreiben an Michalk vor. © bee/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #104037
popert
am Montag, 30. November 2015, 23:15

Erstaunlich kurzes Gedächnis

Die Argumentation von Frau Michalk ist verquer: die Praxisgebühr wurde als Wahlgeschenk an Patienten abgeschafft!
Hätte man vernünftig steuern wollen, hätte man wie in Dänemark die Praxisgebühr beim Hausärzt abschaffen, aber im ärztlichen Bereitschaftsdienst, für Ambulanzen und Spezialisten aber beibehalten müssen.
Offensichtlich ist die Politik hier entweder völlig naiv, hat Gedächnislücken oder verdreht die Tatsachen absichtlich.
Alles nicht sehr erbaulich.
LNS

Nachrichten zum Thema

9. September 2019
Berlin – Deutschlands Krankenhäuser schlagen angesichts zunehmender Überlastung und personeller Engpässe Alarm. „Wir haben ernst zu nehmende systemische Probleme in unserem Krankenhauswesen“, warnte
Krankenhäuser warnen vor systemischen Problemen
26. August 2019
Berlin – Der AOK-Bundesverband hat beklagt, dass auf die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) in den kommenden Jahren zusätzlich Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe zurollen. „Die Preise steigen,
Krankenkassen klagen über steigende Kosten
14. Juni 2019
Berlin – Der eTerminservice steht seit dem 25. Januar 2016 den Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) im Internet und im Sicheren Netz der KVen (SNK) zur Verfügung. Über erste
Mehr als 100.000 Praxen nutzen eTerminservice
27. Mai 2019
Münster – Ein hoher Takt bei der Gesetzgebung, schwindende Qualität sowie zu wenig ärztliche Expertise: Bei der Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) kritisierten
KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung: „Ärztliche Termine sind kein Konsumgut“
27. Mai 2019
Münster – Gegen zunehmende staatliche Eingriffe in die Selbstverwaltung hat sich heute in Münster erneut der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ausgesprochen. Bei der
Gassen wehrt sich gegen staatliche Eingriffe in die Selbstverwaltung
27. Mai 2019
Münster – Vor „Kollateralschäden“ durch das geplante Faire-Kassenwahl-Gesetz hat heute in Münster der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan
Hofmeister: Das Faire-Kassenwahl-Gesetz verursacht „Kollateralschäden“
27. Mai 2019
Münster – Sicherheitsbedenken vieler niedergelassener Ärztinnen und Ärzte gegenüber der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) und den Konnektoren hat der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zu
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER