Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Pflegerin nachts im Altenheim für durchschnittlich 52 Bewohner verantwortlich

Mittwoch, 11. November 2015

dpa

Witten/Herdecke – Pflegekräfte in Altenheimen sind im Nachtdienst überlastet. Das berichten Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke nach einer Online-Studie zum Thema. Die Forscher konnten 276 Fragebögen auswerten. Danach eine einzelne Pflegekraft ist im Schnitt für 52 Personen zuständig, meist ohne Entlastung durch einen Hintergrunddienst. 8,7 Prozent der Pflegenden sind sogar für über 100 Personen zuständig.

„Wer für 52 Personen in der Nacht zuständig ist, muss damit rechnen, dass hinter durchschnittlich 26 Türen jederzeit jemand beim Weg zur Toilette stürzen kann“, erläutert Christel Bienstein, die Leiterin der Studie und des Departments Pflegewissenschaft an der Universität Witten/Herdecke.

100 Prozent der Befragten gaben an, dass Inkontinenzversorgung die häufigste Aufgabe im Nachtdienst sei. Es folgen die Lagerung von Patienten (73 Prozent) und Pflegedokumentation (50 Prozent). 60 Prozent der Befragten gaben an, sich „häufig“ oder „sehr oft“ um herumirrende Patienten mit Demenz kümmern zu müssen.

„Bei 52 Personen bleiben dem oder der Pflegenden rein rechnerisch zwölf Minuten für jeden Patienten pro Nacht für Inkontinenzversorgung, Lagerung oder Verabreichung von Medikamenten. Das ist Stress pur“, macht Bienstein klar. Sie wies daraufhin, dass zwei von drei Pflegenden beklagen, dass sie sich nicht ausreichend um sterbende Patienten kümmern könnten.

„In der Nacht muss gewährleistet sein, dass mindestens zwei bis drei Pflegende für 60 Bewohner anwesend sind“, fordern die Wissenschaftler. Jede Einrichtung müsse einen hochqualifizierten Hintergrunddienst bereitstellen, der jederzeit beratend und unterstützend eingreifen könne. Nachtpflegende brauchten mindestens pro Nacht eine 30-minütige Pause, die sie ohne Störungen verbringen könnten.

Außerdem sollten Pflegende für nicht mehr als vier Nächte hintereinander die Verantwortung für die Bewohner übernehmen. Es sollte sichergestellt werden, dass Pflegende des Nachtdienstes an Fortbildungen teilnehmen können, ohne ihre Schlafzeit reduzieren zu müssen, so die Forderung der Pflegeexperten. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

25.05.17
Stationäre Pflege in Altenheimen in Bayern wird schlechter
München – Die stationäre Pflege in Seniorenheimen in Bayern wird schlechter. „Wir haben immer mehr Einrichtungen, die Probleme haben, die Mindestanforderungen an die Pflege zu erfüllen“, sagte Ottilie......
11.05.17
Tag der Pflege: Forderungen nach mehr Personal
Berlin – Zum morgigen Internationalen Tag der Pflege gibt es Rufe nach mehr Personal und einer höheren Wertschätzung für die Arbeit der Pflegekräfte. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi)......
03.05.17
Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) will die Unterschiede bei den Pflegemindestlöhnen in Ost und West nicht hinnehmen, die nach einer neuen Festlegung mindestens......
03.05.17
Hamburg – 20 Jahre nach dem Hamburger Dekubitus-Skandal sieht der Rechtsmediziner Klaus Püschel große Fortschritte in der Altenpflege. Bei den gesetzlich vorgeschriebenen Leichenschauen in den......
03.05.17
Hamburg – Im Rechtsstreit um einen Bericht über Pflegeheime hat der Fernsehsender RTL eine Niederlage vor dem Hamburger Landgericht hinnehmen müssen. Nach dem Urteil der Pressekammer dürfe der Sender......
25.04.17
Mindestlohn in der Pflege soll ab Januar 2018 steigen
Berlin – Der Mindestlohn für Pflegekräfte soll steigen. Ab dem 1. Januar 2018 soll er im Westen 10,55 Euro und im Osten 10,05 Euro betragen. Darauf einigte sich die Pflegekommission aus Arbeitgebern......
19.04.17
Pflegeberatung: Checkliste für Pflegebedürftige und Angehörige
Berlin – Das Beratungsangebot für Pflegebedürftige ist oft unübersichtlich. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat daher eine Checkliste für Pflegebedürftige und Angehörige mit den zehn......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige