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Ärzteschaft

Ärzte gegenüber eHealth „differenziert aufgeschlossen“

Donnerstag, 12. November 2015

Hamburg – Die niedergelassenen Ärzte nutzen heute mehrheitlich die etablierten IT-Instrumentarien für die Praxis. „Zudem ist zu beobachten, dass die ursprünglich sehr kritische und pauschal ablehnende Haltung der Ärzte gegenüber der zunehmenden Digitalisierung mittlerweile einer differenzierten Aufgeschlossenheit gewichen ist“, berichtet die Stiftung Gesundheit nach einer Umfrage zum Thema. Danach haben die Ärzte offenbar ihre Berührungsängste mit den neuen Medien und Möglichkeiten abgelegt.

Akzeptanz der Ärzte gegenüber Apps steigt
Dies werde vor allem am Beispiel von therapieunterstützenden Applikationen für Smartphones und Tablet-Computer (Apps) deutlich: Noch im vergangenen Jahr konnte sich laut der Stiftung jeder zweite Arzt nicht vorstellen, dass Apps in Zukunft in der Lage wären, den Gesundheitszustand ihrer Patienten zu überwachen. In der aktuellen Umfrage gehen dagegen 43,8 Prozent der Ärzte davon aus, dass therapie­unter­stützende Apps innerhalb der nächsten zehn Jahre in die Leitlinien aufgenommen werden – nur 28,5 Prozent stimmten dieser These nicht zu.

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Für 85 Prozent der Befragten bedeutet computerbasiertes Arbeiten eine Erleichterung
Bei der Frage, wie die Ärzte den Nutzen von Computern für den Arbeitsablauf in der Praxis einschätzen, zeigt sich eine weitgehend positive Einschätzung: 85 Prozent sehen eine erhebliche Arbeitserleichterung, die sie nicht mehr missen möchten, und fast 60 Prozent sind der Ansicht, dass IT nicht sicherer oder unsicherer ist als papierbasiertes Arbeiten. Doch es gibt auch kritische Stimmen: Fast die Hälfte der Ärzte ist der Ansicht, dass Datenschutzprobleme überhaupt erst durch die Computerisierung entstanden sind und 17,5 Prozent sind der Ansicht, dass Computer die Beziehung zwischen Arzt und Patient negativ beeinflussen.

Videokonferenzen mit Patienten sind laut der Umfrage für die meisten Ärzte noch Zukunftsmusik: Lediglich 3,5 Prozent der Ärzte nutzen dies bereits. Allerdings ist jeder dritte Arzt dieser Option gegenüber aufgeschlossen oder plant diese. Knapp zwei Drittel der Ärzte lehnen Videokonferenzen mit Patienten aber ab.

Die Stiftung Gesundheit hat für die Studie 13.937 niedergelassene Ärzte, Zahnärzte und psychologische Psychotherapeuten online angeschrieben und um Beantwortung eines Fragebogens gebeten. Unter der Annahme eines dreiprozentigen Rücklaufs erwartete die Stiftung rund 418 Antworten. Tatsächlich geantwortet haben 489 Ärzte, Zahnärzte und psychologische Psychotherapeuten, was einer Antwortquote von 3,51 Prozent entspricht.

Die Altersstruktur der Studienteilnehmer entspricht weitgehend den Anteilen in der Gesamtärzteschaft: Lediglich in den Altersgruppen zwischen 41 und 50 Jahren liegt die Rücklaufquote unter dem jeweiligen Anteil an der Gesamtärzteschaft. Über dem Durchschnitt liegen dagegen nicht nur die jüngeren Ärzte, sondern auch sämtliche Altersgruppen ab 51 Jahren. „Dies zeigt, dass das Thema eHealth bei weitem nicht nur von jüngeren Ärzten wahrgenommen wird“, hieß es aus der Stiftung. © hil/aerzteblatt.de

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